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Pilken in Norwegen | Drucken |

Das Pilken ist die wohl bekannteste Technik um den norwegischen Meeresräubern auf die Schuppen zu rücken.

Angelgerät:

Es ist immer schwer allgemein gültige „Gerätetipps" zu geben. Dazu ein einfaches Beispiel:

Ein Angelkollege von mir fischt eine Penn Charisma Senso Pilk aus Überzeugung. Ich persönlich komme mit dieser Rute gar nicht klar, sie ist mir in der Spitze viel zu weich. Für meinen Kollegen hingegen ist meine geliebte Sportex-Rute nichts weiter als ein knüppelharter Besenstiel. Zwei völlig unterschiedliche Ruten, die im gleichen Bereich erfolgreich eingesetzt werden. Ganz Allgemein lässt sich das Pilken in 2 „Gewichtsklassen" unterteilen:

lightpilkruteimeinsatz

Leichteres Pilken:

Ruten mit einem Wurfgewicht im Bereich 80-150g. Diese Ruten werden im Handel oft als „Light Pilk" o.ä. bezeichnet.

Stabile Stationärrollen mit einer Schnurfassung von ca. 300m (0,15 - 0,20mm Geflochtene).

Je nach Rute kann man damit Pilker bis ca. 200g vernünftig fischen.

 

Schwereres Pilken:

Bootsruten der 30lbs Klasse, dazu eine stabile Multirolle mit einer Schnurfassung von mind. 500m  0,20 - 0,25mm Geflochtener. Ne nach Rutenmodell können hier Köder bis ca. 500g eingesetzt werden.     

 

Es ist natürlich klar, dass man auch mit 40g oder eben 700g pilken kann, die obigen Angaben sollen nur einen groben Überblick geben.

Eine interessante Frage, die in der jüngeren Vergangenheit wieder häufiger diskutiert wurde lautet:

Mono oder Geflecht?
Die Monofile Schnur bietet den Vorteil der "Dehnung" - d.h. sie puffert die Kopfstöße und Fluchten des Fischs besser ab und verringert dadurch das "Ausstiegsrisiko".  Gleichzeitig bedeutet dass aber auch, dass der Köderkontakt nicht so direkt ist wie bei einer mutifilen Schnur. Geübte Süßwasser-Spinnfischer wissen von den zahlreichen Hechtdrills wie sie auf die Fluchten der Fische reagieren müssen, wenn eine Geflochtene ihre Rolle ziert und werden daher auch in Norwegen recht gut damit klarkommen. Doch auch gänzlichen Anfängern rate ich vorerst zur Multifilen Schnur - denn erst wenn man weiß was der Pilker dort unten veranstaltet und ob er sich überhaupt in Grundnähe befindet, ist eine Überlegung auf Monofile Schnur umzusteigen sinnvoll. 

     

Grundsätzliches:

1. Montage

Der Aufbau einer Pilkmontage ist denkbar einfach:

Geflochtene Hauptschnur - Wirbel m. Karabiner - Monofiles Vorfach.

 

2. Formen und Farbenpilken_pilker

Es gibt dutzende verschiedener Pilkerformen in hunderten verschiedenen Farben.

Da kann man leicht den Überblick verlieren. Man sollte sich deshalb nicht verrückt machen.

Ein Sortiment von ca. 20 Pilkern zwischen 40g und 700g in verschiedenen Formen  ist in den meisten Fällen ausreichend (siehe Bild rechts). Was vor Ort der „Bringer" ist, lässt sich im Vorfeld meistens eh nicht abschätzen. Die „Lokalmatadorte" unter den Pilkern lassen sich darüber hinaus meist auch vor Ort nachkaufen.

 

3. So „leicht" wie möglich!

Man sollte immer so leichte Pilker wie nur möglich verwenden. Je leichter der Pilker, desto besser das Köderspiel, desto besser die Fangausbeute. Wenn man jedoch zu leichte Pilker verwendet hat man keine Köderkontrolle mehr und man weiß nicht wo sein Pilker denn nun „herumtaumelt". In diesem Fall fängt man meistens überhaupt nichts. Man sollte also noch merken wenn der Pilker auf dem Grund aufschlägt. Da man Unterwasserströmungen, Drift etc. nicht vorhersehen kann - kann man auch keine allgemeingültige Regel nach dem Motto:

X Meter Tiefe = x Gramm Pilker aufstellen. Am einfachsten versucht man sich systematisch nach unten zu arbeiten. Wenn man also mit einem 200g Pilker gut zurecht kommt, kann man es auch mal mit einem von 150g versuchen. Man wird relativ schnell feststellen in welchem Gewichtsbereich man sich bewegt.

 

4. Beifänger: Weniger ist mehr!pilken_makk

Je mehr Beifänger man verwendet, desto höher ist der Wasserwiderstand, desto schwerer muss man angeln, desto schlechter ist das Köderspiel, desto weniger fängt man. Gerade wenn man in Grundnähe auf Dorsch, Schellfisch etc. pilkt sollte man den Beifängern keine allzugroße Bedeutung zumessen. Ein Beifänger reicht normalerweise aus. Man sollte nämlich auch bedenken, dass der Angelspaß schnell in „Arbeit" ausarten kann, wenn man an leichtem Geschirr zwei oder drei gute Fische drillen muss.

Als Beifänger werden häufig Gummimakks oder (Dorsch)Fliegen eingesetzt, welche am einfachsten mittels der Springerschlaufe in das Vorfach eingebunden werden.

 

5. Reißen oder „Anheben" ?

Soll man den Pilker nun möglichst weit vom Grund „wegreißen" oder eher sanft „anheben"?

Das ist wohl ein der am meist diskutierten Fragen unter Pilkanglern. Eine pauschale Antwort dafür gibt es nicht, denn welche Methode jeweils erfolgreicher ist entscheidet letztendlich immer der Fisch. Da hilft nur ausprobieren.

 

6. Absinkphase = Beissphase !

Viele Angler bekommen oft gar nicht mit, dass sehr viele Bisse in der Absinkphase erfolgen.

Diese sind oftmals schwer auszumachen, gerade wenn die Fische vorsichtig beissen. Deshalb sollte man versuchen, dann Köder an gestraffter Leine wieder zum Grund taumeln zu lassen. Er taumelt dann vielleicht nicht ganz so unbeschwert, dafür hat man eine größere Chance auch die „spitzigen" Bisse mitzukriegen. Eine Situation die anfangs jedem Meeresangler Ungläubig auf seine Rolle schauen lässt ist folgende:

Man steht mit dem Boot über tiefem Wasser, sagen wir mal 200m und lässt seine Pilkmontage in die Tiefe rauschen. Doch schon nach kurzer Zeit läuft keine Schnur mehr von der Rolle. Ungläubig sieht man auf seine Rolle und denkt sich „das gibt's doch nicht" eben dauerte das Ablassen doch noch soooooooo lange - und jetzt? Die Auflösung des Rätsels gibt's meist keine 5 Minuten später ;)

Seelachse! steigen nur zu gerne auf die absinkenden Pilker ein und stoppen somit vorerst den „Schnurablauf". Auch beim vermeintlich langweiligen Ablassen über tiefem Wasser ist daher Aufmerksamkeit geboten. Übrigens: Gerät die Schnur beim leichteren Pilken schon 5m unter dem Boot ins Stoppen hat sich nicht selten eine fette Makrele oder ein dicker Hornhecht jenseits der 80cm das Pilkerlein geschnappt.

 

Franz Hollweck

 
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