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Schweres Naturköderfischen | Drucken |

 

Schweres Naturköderfischen – was, wo, wie, womit? 

Wer die schwere Naturköderrute in die Hand nimmt und die Montage ablässt, hat es zumeist auf schwergewichtige Flossenträger abgesehen und will es wirklich wissen! Mit der schweren Naturköderrute werden aber auch die kleineren Tief- see(schwarm)fische  beangelt.

 
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Rotbarsch und Wittling vor Steigen: „Auch Tiefsee“kleinvieh“ kann sichtlich Freude bereiten!“

Die Palette der zu erwartenden Fische ist also durchaus beachtlich, hängt aber unter anderem auch davon ab, wo genau man sich in Norwegen auf dem Wasser befindet. Zunächst seien aber ein paar grundsätzliche Erläuterungen vorangestellt.  

Allgemeines zur Vorgehensweise: Es kann gerade an noch nicht ausreichend erkundeten Revieren durchaus passieren, dass man nach einem ausschließlich mit schwerer Naturköderangelei verbrachten Tag fix und alle ist – aber nicht einen seiner Zielfische gefangen hat! Zu den körperlichen Strapazen kommt dann auch noch die nicht zu unterschätzende mentale Beanspruchung dazu, denn nur wer stets hoch konzentriert zu Werke geht, wird keinen Biss verpassen und sich nicht häufiger als bei dieser bodennahen Angelei unvermeidlich mit Hängern herumplagen müssen. Bei der zunächst einmal anstehenden Suche nach den Fischen wird man auch nach eingehendem Studium der Seekarte nicht umhinkommen, die vorab ausgewählten Bereiche ausdauernd zu befischen, denn häufig erhält man nur so brauchbare Erkenntnisse über die genaue Bodenstruktur/Untergrundbeschaffenheit und die dadurch bedingten Fischstandplätze. Auf dem Wasser sehr nützlich und inzwischen kaum noch wegzudenken ist hierbei die Verwendung von Echolot ( Fischfinder ) und GPS-Empfänger bis hin zu Kartenplottern mit elektronischen Seekarten. Dabei sollte man sich, um übermäßig vielen Hängern zu entgehen, grundsätzlich vom Flachen ins Tiefe oder entlang relativ gleich bleibender Tiefenlinien, etwa parallel zum Ufer, driften lassen. Die dann noch verbleibende Hängergefahr lässt sich noch weiter reduzieren, wenn man stets auf einen möglichst wenig schrägen Eintauchwinkel der Schnur achtet bzw. den Wind- und Strömungsbedingungen angemessen schwere Bleie (und ggf. zur Verlangsamung der Drift zusätzlich einen Driftsack) verwendet. Je spitzer der Eintauchwinkel der Schnur, desto geringer die Chancen, eine plötzliche Bodenerhebung durch Anheben der Montage hängerfrei zu meistern. Mit am schwierigsten sind steile Abbruchkanten zu beangeln, die eine sehr präzise Köderpräsentation erfordern, was zumeist nur bei ausgesprochen ruhigen Bedingungen auf dem Wasser punktgenau und hängerfrei gelingt. Um einen Hänger zu lösen, gibt es mehrere Varianten. Zunächst sollte durch kurze seitliche Rucke links/rechts abwechselnd versucht werden, eine andere Zugrichtung aufzubauen, was die Situation nicht selten bereits bereinigt. Zusätzlich kann man sich bei diesen Löseversuchen auch noch den so genannten „Flitzbogeneffekt“ zunutze machen, indem man die Rute nach starkem Anrucken urplötzlich wieder zurückfedern lässt und so einer starken Schnurspannung eine totale Schnurerschlaffung folgen lässt. Hilft das nicht weiter, sollte der Angler noch für ein bis zwei Minuten abwarten, ob sich nicht die erfreulichste der Hängerlösevarianten einstellt, nämlich jene, dass ein Fisch – und das kommt gar nicht mal so selten vor (!) – sich genau in dieser Situation den Köder greift und das zumeist in einer Felsspalte verkeilte Blei beim Abziehen wieder löst! Sollte aber auch dies ausbleiben, bleibt einem immer noch ein Gegenfahren mit dem Boot, d. h. es wird gegen die Driftrichtung bis zur Position des Hängers zurückgefahren und wenn nötig auch darüber hinweg, wobei man aber entsprechende Vorsicht walten lassen sollte, denn die hierbei für Gerät und Angler auftretenden Kräfte sind enorm und nicht zu unterschätzen! Hilft auch das nichts, bleibt nur noch ein Abriss, für den die Schnur ca. 20 Mal sauber ohne Überlappung um ein stabiles Rundholz gewickelt werden sollte, um dann mit dem Boot wieder soviel Fahrt aufzunehmen, dass es zum Abriss kommt.

Schwere Naturköderangelei in Süd- und Mittelnorwegen: 

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 Der Autor mit Double  Der Blauleng - begehrte Beute unter den passionierten Tiefseefischern

Die klassischen Brotfische dieser sich fast ausschließlich auf die Tiefseeangelei in 100 m bis 400 m beschränkenden und demnach leider auch sehr Zeit und Kraft raubenden Methode sind Leng und Lumb

Schon deutlich weniger häufig gehen Blauleng , Seehecht, Seeteufel und Rochen an die Haken und noch seltener werden Conger und Eishai gefangen. Andere Haiarten hingegen gehen als Beifang immer wieder an die Haken, wie etwa der zumeist in Schwärmen auftretende Dornhai und die bodennah lebenden Kleinhaie, wie der schwarze Dornhai, der Fleckhai und der Katzenhai oder aber eine Chimäre. Etwas über dem Grund kann dem Grenadierfisch, dem Goldlachs, dem großen Wittling und vereinzelt auch schon dem großen Rotbarsch nachgestellt werden. 

Leng: Die größeren Lengfische  bevorzugen in aller Regel strukturierte, an tiefes Wasser angrenzende bzw. noch besser von solchem mehrseitig umschlossene Felsgründe ab ca. 100 m Wassertiefe (insbesondere steil abfallende Abbruchkanten bzw. abrupte Bodenabsätze und emporragende Riffe). Nicht minder interessant sind in strömungsreichen Gebieten gelegene Sand- bzw. Sand-Mischgründe, sofern auch diese etwas Struktur aufweisen und in mehr als 100 m Wassertiefe liegen. Kommen in den genannten Gebieten auch noch Korallen vor, was auch in Tiefen jenseits von 300 m noch häufiger als gemeinhin angenommen (die Seekarteneinträge schweigen sich hierüber regelmäßig aus) der Fall ist, kann man von einem nahezu perfekten Tiefseerevier für alle Jahreszeiten sprechen. Was die zu empfehlende Angeltiefe angeht, zeichnet sich kein einheitliches Bild ab, jedoch lassen sich wohl zwei Tendenzen ausmachen. Während man in den zumeist etwas flacheren Küstenregionen bzw. im offenen Meer häufig schon zwischen 100 m und 200 m Wassertiefe mit ausgesprochen kapitalen Fischen rechnen kann, sollte man sich weiter landeinwärts in den zumeist deutlich tieferen Fjorden eher auf Wassertiefen zwischen 200 m und 300 m konzentrieren, mancherorts muss man sogar noch tiefer fischen. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte in dem vermutlich unterschiedlichen Vor- und Aufkommen der Futterfischarten liegen. Eine Gemeinsamkeit weisen die sich insoweit etwas unterscheidenden Angelgebiete aber letztlich doch auf – an markanten Plätzen sind fast immer gleich mehrere große Fische auf erstaunlich kleinem Raum anzutreffen.  

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Als Standardköder dienen (notfalls auch von tief gefrorenen Fischen angefertigte) Filets oder Stücke von Köhler, Makrele oder Hering, jedoch sind für eine möglichst selektive Angelei auf kapitale Grundräuber ganze Köderfische der genannten Arten besser geeignet. Nur bei starker Drift führt oftmals kein Weg an kleiner dimensionierten Happen vorbei, um die Köderführung noch einigermaßen kontrollieren und Bisse noch verwerten zu können. Je nach Region und Vorkommen können auch Goldlachs, Grenadierfisch, Wittling und Rotbarsch erste Köderwahl sein. Sofern ganze Fische zum Einsatz kommen, ist eine Beköderung an einem Doppelhakensystem empfehlenswert. Die Köder sollten am Grund oder leicht über Grund angeboten werden (obwohl es mitunter auch vorkommt, dass die Lengfische ihre Beutefische bis weit ins Mittelwasser hinein jagen). Während der Driften, spätestens aber bei einem vorsichtigen Biss sollte die Spule auf Freilauf geschaltet sein. Man fixiert die Schnur dann mit dem Daumen und kann bei Bedarf über diesen auch gefühlvoll etwas Schnur freigeben, indem man den Druck auf die Spule etwas löst. Erst wenn der Anhieb ansteht, wird der Freilauf wieder geschlossen. Für den Anhieb wird die Rutenspitze bis auf die Wasseroberfläche gesenkt und die Schnur in dieser Position gestrafft, was manchmal aber auch ein energisch abziehender Fisch zuvorkommenderweise übernimmt. Was die Wahl des günstigsten Zeitpunkts für den Anschlag betrifft, lässt sich keine allgemeingültige Anleitung aufstellen, da die Bisse je nach Fischart unterschiedlich und auch bei ein und derselben Fischart je nach beangeltem Revier und Beißlaune nicht ständig nach gleichem Muster ablaufen. Als Grundregel sollte aber immer bedacht werden, dass der Fisch den Köder zumeist nicht sofort inhaliert und der Anhieb demzufolge nicht zu früh gesetzt werden darf, was bei sehr zaghaftem Beißverhalten im Zweifel auch schon mal ein Abwarten von deutlich mehr als einer Minute bedeuten kann.

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Für den so kräftig wie nur möglich zu setzenden Anhieb benötigt man neben einer möglichst harten, nur zähe nachgebenden Rute auch eine sehr straffe Bremseinstellung, die jedoch nicht völlig dicht sein darf, sondern unter heftigstem Zug gerade noch etwas Schnur freigeben muss. Nur in zwei Ausnahmefällen erübrigt sich ein Anhieb der beschriebenen Art. Entweder verwendet man Circle Hooks, mit denen der Fisch unter konstantem Zug von selbst gehakt wird (bei diesen Haken darf zum Gelingen des selbstständigen Hakengreifens gerade kein Anhieb gesetzt werden!), oder der Fisch steigt, was bei der Fjordangelei seltener, dafür aber gerade bei etwas über dem Grund geführten Ködern in Gebieten mit vielen Nahrungskonkurrenten im Küstenbereich dann doch häufiger vorkommt, brachial ein und reißt die Rute sofort zum Halbkreis herunter und hakt sich dabei ebenfalls (hoffentlich) von selbst. Hat man einen großen Lengfisch am Haken, muss man es tunlichst vermeiden, die Schnur auch nur für einen Bruchteil einer Sekunde schlaff werden zu lassen, weil dann die akute Gefahr besteht, dass sich ein nicht optimal gehakter Fisch vom Haken löst (Gerade schwere Bleigewichte „hebeln“ beim Drill, insbesondere bei zu lascher Schnurspannung und wilden Kopfstößen gegen die Zugrichtung des Anglers und können somit die Eintrittsstelle des Hakens kontinuierlich aufweiten). Der Fisch muss also ohne Pausen mit gleichmäßig weichen Pumpbewegungen unter konstantem Zug kontrolliert und ruhig nach oben befördert werden, mögen einem zwischendurch auch Arme und Rücken schmerzen. Sollte man dennoch das Pech haben, dass ein Leng noch auf den letzten paar dutzend Metern vor der Wasseroberfläche vom Haken abkommt, heißt es die Augen für die nächsten 5 Minuten aufmerksam über die Wasseroberfläche schweifen lassen und hoffen, dass der Leng durch den nicht ausgeglichenen Druckverlust doch noch an die Wasseroberfläche gedrückt wird. 

Blauleng: Ab ca. 200 m Wassertiefe abwärts steigen dann allmählich auch die Chancen auf den etwas kleineren und deutlich leichtgewichtigeren Verwandten des Lengs, der in stärkerem Maße aber vielfach erst ab 300 m auftritt. Der Blauleng muss über die insoweit nicht ganz so interessanten Felsgründe hinaus auch auf etwas weicheren Mischgründen gesucht werden, solange es sich dabei nicht um reinen Schlamm handelt.  

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Lumb: Schlammfreie Vertiefungen in Felsgründen oder noch einigermaßen feste mit Fels oder Steinen durchsetzte Lehmgründe, insbesondere am Fuße von Steilkanten, bieten dem Grundräuber die bevorzugten Unterstände. Liegen letztere deutlich jenseits von 200 m Wassertiefe, bestehen beste Aussichten auf nahezu durchgehend große Fische.

Im Herbst sowie in stark durchströmten Gebieten sind die großen Fische auch etwas flacher anzutreffen. Als Köder dienen Filets oder Stücke von Makrele, Köhler oder Hering, Tintenfischstückchen sowie ganze Fische der genannten Arten für die Angelei auf Großlumb. Wer Lumb fangen will, muss seine Köder hart am Grund anbieten und sollte das Blei regelmäßig gut fühlbar auf den Grund aufschlagen lassen. Während kleine und mittelgroße Lumbs meist ein vergleichsweise kompromissloses Beißverhalten an den Tag legen und sich den Köder nach lebhaftem Ruckeln in der Rutenspitze bereits zügig einverleibt haben, beißen sehr große Exemplare zum Teil erstaunlich vorsichtig und zögerlich. Bei manchen Bissen kommt es vor, dass der am Grund lauernde Lumb mit dem Köder im Maul und dem Blei im Schlepptau vom Grund weg etwas nach oben strebt, was sich durch ein Erschlaffen (!) der Schnur bemerkbar macht und bereits mit einem beherzten Anhieb beantwortet werden sollte.     

Seehecht: Ein schwierig aufzuspürender und schwierig zu beangelnder Fisch, der seinen Lebensraum im Regelfall nicht mit denen von Leng und Lumb teilt, da er vergleichsweise weiche Sand/Lehm-Mischgründe ab 50 m, besser aber in 100 m bis 300 m Wassertiefe bevorzugt und nur in vergleichsweise kleinen Bereichen grundnahe umherpatrouilliert. Zudem erfordert dieser zumeist in Schwärmen auftretende Räuber eine im Vergleich zur Leng- und Lumbfischerei etwas andere, nämlich auf sofortigen Anhieb ausgerichtete Angeltechnik und Montage. Seehechte können hinsichtlich der angebotenen Köder zeitweise recht wählerisch sein und dann auch die allgemein sehr fängigen Köderfischarten verschmähen, wie etwa Makrelenstücke. Gute Erfahrungen wurden von Freund Volker zum Beispiel am Sognefjord  mit Heringsstücken als Köder gemacht. 

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 Seehecht vor Hitra - ein willkommener Beifang   Seeteufel von 11 Pfund - gefangen Höhe Südlofoten

Seeteufel: Ein Seeteufel lauert in der Regel passiv am zumeist sandigen oder zumindest etwas sandhaltigen Grund auf Beute, die ihm direkt vor das riesige Maul schwimmen muss, weshalb er sich nach den bisherigen Erfahrungen wohl kaum gezielt beangeln lässt. Dem insoweit zum Fang maßgeblich beitragenden Zufall kann man allenfalls durch eine betont langsame Köderführung mit längeren eingestreuten Pausen, in denen man die Montage am Grund verweilen lässt, ein ganz klein wenig auf die Sprünge helfen, aber nur ein ganz klein wenig. Die Chancen steigen noch einmal ein wenig, wenn man einen Versuch in den kälteren Monaten unternimmt und seine Köder deutlich tiefer als 200 m anbietet, da die Fische dann im tiefen Wasser weniger verstreut stehen als es sonst in Gestalt unterschiedlichster und kaum vorhersehbarer Aufenthaltstiefen der Fall ist. 
 

Dornhai: Der in nahezu allen Wasserschichten anzutreffende Schwarmfisch, der bei der bodennahen Angelei auf Leng und Lumb als Beifang mitunter nicht zu vermeiden ist, sollte mit Rücksicht auf die rückläufigen Bestände nicht gezielt befischt bzw. als Beifang wieder schonend zurück gesetzt werden, was auch bei Fangtiefen von 300 m und mehr kein Problem für diesen Fisch darstellt. Wenn man das Pech hat und sich im Mittelwasser über dem Angelgebiet ein großer Dornhai-Schwarm befindet, wird sich ein Platzwechsel kaum vermeiden lassen. Unter solchen Umständen wird man beim Ablassen kaum mehr den Boden erreichen und Dornhaie lassen sich aus einem dichten Schwarm nicht immer erfolgreich zur Wasseroberfläche befördern, denn häufig zertrennt irgendein Haizahn schon beim Attackieren der Köder oder nur wenig später nach dem Einstieg auch die dickste Monofilschnur bzw. noch schneller die geflochtene Hauptschnur.   

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Kleinhaie:  Die Erwähnung dieser in der Küche unverwertbaren, aber nun einmal auch an den angebotenen Ködern interessierten Haie erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass diese bevorzugt über weichen Böden, insbesondere Schlammböden leben. Wer also statt der ersehnten Leng- und Lumbfänge bereits übermäßig viele Kleinhaie oder regelmäßig leer gefressene Haken ans Tageslicht befördern durfte, der sollte – sofern nicht auch an möglichen Rochen- oder bei deutlich über 300 m gar Eishaifängen interessiert – ernsthaft über einen Platzwechsel nachdenken! Kleinhaie können und sollten ebenfalls schonend zurückgesetzt werden.
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Grenadierfisch: Dieser ausgesprochene Tiefseeschwarmfisch, der über mehr als 250 m tiefem Wasser meist so um die 20 m über dem Grund steht, wird mit kleineren Fischfetzen an vergleichsweise kleinen Einzelhaken beangelt. Der Grenadierfisch ist in den tiefen Fjorden ein wichtiger Futterfisch der großen Lengfische. 

 

     

 

Goldlachs: Dem geräuchert als Delikatesse gehandelten, zumeist über 100 m bis 200 m tiefem Wasser so um die 10 m bis 20 m über dem Grund stehenden Schwarmfisch, wird ebenfalls mit kleinen Fischfetzen an vergleichsweise kleinen Einzelhaken nachgestellt. Der Goldlachs ist ebenfalls ein bevorzugter Futterfisch der Lengfische.

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Gerätekiste: Erforderlich sind mindestens 600 m geflochtene Hauptschnur mit mindestens 20 kg, besser aber 30 kg Tragkraft, die zugleich einen möglichst geringen Durchmesser für unmittelbaren Köderkontakt und geringen Wasserwiderstand aufweisen sollte. Schnüre, die diese Anforderungen erfüllen, sind derzeit wohl nur im oberen Preissegment zu finden, zahlen sich aber trotz der hohen Anschaffungskosten regelmäßig in Gestalt einer komfortableren und im Ergebnis auch nachweislich erfolgreicheren Fischerei aus, da man mit solchen Schnüren auch unter ungünstigen Bedingungen noch einigermaßen akzeptabel Grundkontakt halten kann, während man sich mit dickeren Schnurdurchmessern bereits mit den schwersten Bleigewichten und ständigem Schnurnachlassen herumquälen muss bzw. man schlimmstenfalls überhaupt keinen Grundkontakt mehr hergestellt bekommt. Die Rutenwahl sollte auf bruchfeste Modelle der kräftigen 30, besser noch 50 lbs-Klasse mit Kreuzschlitz am Rutengriffende in Längen von 1,80 m bis 2,10 m fallen, für große und kräftige Angler auch bis zu einer Länge von maximal 2,40 m. Einteilige bzw. am Rutengriff teilbare Ruten sind mittig geteilten Ruten aufgrund der deutlich besseren Aktion und Bruchfestigkeit vorzuziehen. Das vordere Griffstück sollte zum Auffinden der individuell optimalen Griffposition nicht zu kurz, das untere Griffstück zur Vermeidung eines Kräfte raubenden Hebels nicht zu lang ausfallen. Die Rutenspitzen sollten sich auch bei einem Bleigewicht von 1200 g nur leicht bis mäßig durchbiegen. Ob man eine Rute mit Rollerringen oder stabilen Rutenringen in Normalausführung vorzieht, ist wohl Geschmackssache. Wichtig ist hierbei, dass die Ringe dicht genug beieinander stehen, um die hohen Belastungen gleichmäßig auf den Rutenblank zu verteilen. Bei den Rollen sollte man tunlichst auf ein zuverlässiges Modell mit dauerhaft robustem, nicht zu hoch übersetztem Qualitätsgetriebe, ausreichend großem Schnurfassungsvermögen und gleichmäßig arbeitender Bremse mit hoher Maximalbremskraft zurückgreifen. Nicht zwingend, aber vorteilhaft sind Modelle mit zwei Ösen, die den Einsatz von Harnesgurtsystemen ermöglichen. Neuerdings werden zunehmend auch mit Elektromotor betriebene Rollen eingesetzt, um sich ein gehöriges Maß an Kurbelstrapazen zu ersparen. Zum Fixieren der Rute beim Heraufkurbeln der Montage aus großen Tiefen und während eines Drills bietet sich der Einsatz eines Bauchgurtes an, der über eine Aufnahmevorrichtung für Kreuzschlitzrutenabschlüsse verfügt. Zusätzlich können dazu ergänzend auch Harnessgurte verwendet werden. Wer nicht über solche Hilfsmittel verfügt, kann sich die Kurbelei zumindest beim bloßen Einholen der Montage ohne Fisch auch dadurch ein wenig erleichtern, indem man die Rute auf die Bordwand/Reling mit einem untergelegten Handtuch auflegt, sich auf das Griffende draufsetzt und die Rolle von oben mit der Rutenhand fixiert. 

Montagen: Eines vorweg: Man kann zwar auch mit üppig garnierten und aus vielen Kleinteilen erstellten Montagen, bei denen das verbaute Material deutlich mehr als 10 Euro ausmacht oder der Ladenpreis mitunter an die 20 Euro beträgt, Fische fangen. Dass durch die multiple Reizflut und die zusätzlichen Kleinteile mehr Fische den Weg an den Haken finden, darf man aber mit dem Blick fürs Wesentliche (Auffinden der richtigen Plätze und Ködergröße) getrost in Frage stellen. Das Resultat der häufig überambitionierten Bastelei ist dann nicht selten nur eine Montage, bei der man sich neben den hohen Kosten – die bodennahe Tiefseefischerei ist nun mal, wie oben bereits kurz angedeutet, zu einem gewissen Grad auch ein unvermeidliches Abrissgeschäft – auch noch zusätzliche Schwachstellen und einen vergrößerten Wasserwiderstand einhandelt. Als lockende Zutaten völlig ausreichend sind in Hakennähe platzierte Knicklichter und vielleicht noch selbst leuchtende Schlauchstückchen, Twister oder Perlen. Die Montagen sollten also einfach und robust gehalten werden, denn insoweit ist auch in der Tiefseeangelei weniger einfach mehr! Herzstück eines schweren Naturködervorfachs ist eine 5 m bis 7 m lange (für Schwarmfische auch noch längere) Monofilschnur in den Stärken 0,90 mm bis 1,20 mm (für reines Befischen der Schwarmfische schon ab 0,75 mm) mit je einer Endschlaufe oben und unten zum Einhängen des Vorfachs bzw. zum Einhängen des Bleigewichts. Die über die Rutenlänge deutlich hinausreichende Vorfachlänge ist zwar beim Einsetzen und beim Einholen der Montage, was dann nur noch per Hand funktioniert, ein wenig gewöhnungsbedürftig, hat aber gleich mehrere unschätzbare Vorteile. Es bietet aufgrund seiner Dehnung eine gute Pufferung gegen brachiale Fluchtbewegungen und verhindert somit Aussteiger, es schont die Hauptschnur wesentlich besser gegen Beschädigungen und Aufscheuerungen durch grundnahe Felsberührungen, es flexibilisiert die Hakenpositionierung, wodurch etwa die Beanglung deutlich über dem Grund stehender Fische, speziell der Schwarmfische erleichtert oder beim Einsatz einer Durchlaufmontage mit Messing-Boom ein längeres widerstandfreies Abziehen ermöglicht wird. Zur Befestigung der Haken ist es bei der Anfertigung einer einfachen und zumeist auch völlig ausreichenden Standartmontage mit zwei Seitenarmen lediglich vonnöten zwei ca. 20 cm bis 25 cm lange Springerschlaufen in einem Abstand von 1 m bis 4 m einzubinden – Dreiwegewirbel, Abstandhalter, Sprengringe, Verbindungswirbel und weitere Zusatzknoten etc. sind hier m. E. überflüssiger Ballast. Wegen der groben Schnurstärken werden die großen Haken nicht durch Knoten befestigt, sondern durch das Öhr in die Springerschlaufen „nur“ eingeschlauft oder bei kleineren Öhrdurchmessern bereits beim Fertigen der Springerschlaufe in diese mit eingebunden. Beim Einschlaufen muss darauf geachtet werden, dass die Hakenspitze möglichst in Fluchtrichtung zur abstehenden Springerschlaufe, d. h. mit dieser in etwa auf einer Linie liegt. Je nach gewähltem Köder und Beißverhalten gelangen für die meisten Grundräuber (Leng, Blauleng, Lumb, Seeteufel) stabile (!) und scharfe (!) Haken in den Größen 6/0 bis 14/0 zum Einsatz (z. B. Wallerhaken), bei ganzen Köderfischen auch Doppelhakensysteme, für die lediglich ein weiterer Öhrhaken und ein als Abstandshalter fungierendes Stück robusten Schlauchs auf die (dafür etwas länger zu fertigende) Springerschlaufe geschoben werden, bevor der abschließende Haken wie gewohnt eingeschlauft wird. Für den Seehecht empfehlen sich dagegen wegen des schnellstmöglich zu setzenden Anhiebs mittelgroße Haken der Größe 5/0 bzw. auch mittelgroße Drillinge. Für Grenadierfisch und Goldlachs werden schlanke Haken in den Größen von 2/0 bis 4/0 eingesetzt. Wegen der großen Wassertiefen und der starken Beanspruchung der Hakenspitzen durch Grundberührungen sollten diese bei jeder Gelegenheit auf ihre Schärfe hin überprüft und ggf. sorgfältig nachgeschärft oder sogar der ganze Haken ausgewechselt werden, was bei der empfohlenen Einschlaufbefestigung kein Problem ist. Bei der Befestigung der Köder muss stets darauf geachtet werden, dass die Hakenspitze frei bleibt bzw. etwas herausragt. Bei sehr vorsichtigem Beißverhalten empfiehlt sich die Verwendung einer Durchlaufmontage mit Messing-Boom. Hierzu wird, nachdem der Messing-Boom und ein etwa 3 cm langes robustes (Leucht)Schlauchstück auf das Vorfach geschoben wurden, am unteren Vorfachende ein einfacher, aber sehr robuster Wirbel mit um die 50 kg Tragkraft eingebunden. Das kleine Schlauchstück wird dann als Ummantelung über den Knoten geschoben und bewirkt dadurch eine Art Knoten schützenden Stopper und gewährleistet zudem einen störungsfreien Durchlauf, da sich dann das lange Ende des Messing-Booms nicht mehr über den Knoten schieben und auf diesem festklemmen bzw. diesen sogar beschädigen kann. Am anderen Ende des Wirbels wird dann noch ein kurzes Stück Mundschnur mit dem eingebundenen Schlepphaken befestigt. Wichtig ist, dass oberhalb des Messing-Booms kein weiterer Haken mehr angebracht wird (der den Durchlauf bei einem Biss frühzeitig stoppen und somit den Fisch zum Loslassen veranlassen könnte) oder aber ein zweiter Haken erst in großem Abstand, mindestens 5 m oberhalb des Messing-Booms befestigt wird, was dann den Einsatz sehr langer Vorfächer erforderlich macht. Der an die geflochtene Hauptschnur anzuknotende Karabinerwirbel sollte um 50 kg Tragkraft besitzen und einen aufziehsicheren Karabiner haben. Die benötigten Bleigewichte liegen zwischen 300 g und 1200 g und können direkt in die Abschlussschlaufe des Vorfachs oder über einen als Sollbruchstelle fungierenden Karabinerwirbel oder eine aus etwas schwächerer Monofilschnur gefertigte Einhängeschlaufe von ca. 20 kg Tragkraft eingehängt werden.  

Schwere Naturköderangelei in Mittel- und Nordnorwegen: Beim Tiefseefischen in 100 m bis 400 m Wassertiefe kann man in Mittel- und Nordnorwegen außer den schon genannten Fischarten wie Lumb und Seeteufel vor allem einen der begehrten großen Rotbarsche häufiger an den Haken bringen und hat speziell in Nordnorwegen auch Aussichten auf einen der seltenen gefleckten Steinbeißer oder einen schwarzen Heilbutt. Ab Mittelnorwegen, vor allem aber in Nordnorwegen eröffnet sich auch in flacheren Bereichen oberhalb von 100 m Wassertiefe ein außerordentlich lohnendes Einsatzgebiet für die schwere Naturköderrute, nämlich die Angelei auf Großdorsch und den sommerlichen Heilbutt. 

 
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Dorsch: Je nach Jahreszeit und Futtervorliebe können die Dorsche in Tiefen von 5 m bis zumeist ca. 130 m im Freiwasser oder am Grund stehen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Finden der Futterfischschwärme. Da sich diese häufig über Untiefen bzw. Plateaus aufhalten, bieten sich solche Stellen regelmäßig auch hervorragend für den Dorschfang an. Die Fische müssen also meist aktiv, nicht selten sogar täglich neu gesucht werden. Die Gerätezusammenstellung erfordert eine aktionsfreudige, also bei Kopfstößen gut mitfedernde 30 lbs-Rute in einer Länge von 2,10 m bis zu 2,40 m, um zum einen mit zwei ganzen Köderfischen auch in größeren Wassertiefen noch kontrolliert fischen zu können und zum anderen die Zahl der Aussteiger während des Drills möglichst gering zu halten. Als Rollen würden zwar schon mittelgroße Multirollen ausreichen, aber wegen der nie ganz auszuschließenden Gefahr, dass sich ein Heilbutt an die Naturköder „verirrt“, sollte bereits zum Dorschfischen ausreichend robustes und dementsprechend leicht „überdimensioniertes“ Rollenmaterial zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund sollte auch die geflochtene Hauptschnur wenigstens 20 kg aushalten und die monofilen Vorfächer mindestens 0,90 mm betragen. Die Anköderung der am besten zwischen 1 Pfd. bis 3 Pfd. schweren Seelachse (auch Schellfische oder Heringe) gelingt ausreichend zuverlässig zumeist nur noch mit einem Doppelhakensystem. Mitunter funktionieren aber auch blutige Fetzen oder Filets gut.

Heilbutt: Für die gezielte Befischung mit Naturködern sollte man sich für die grundnahe Beanglung der Ruheplätze entscheiden, welche vom späten Frühjahr bis zum Spätsommer in Abhängigkeit zur jeweils vorhandenen Untergrundstruktur überwiegend in Tiefen zwischen 20 m und 120 m (als häufigste Angeltiefe seien hier 40 m bis 80 m empfohlen), in der kälteren Jahreshälfte dagegen zumeist deutlich tiefer liegen. Diese Ruheplätze findet man zumeist auf gemäßigt abfallendem Sand- oder Kiesgrund bzw. Sand/Kies-Mischgrund und vereinzelt auch auf glattem Felsboden. Solche Untergründe sollten in der (unmittelbaren) Nähe ihrer Jagdreviere, also in der Nähe von strömungs- und futterreichen Plätzen, gesucht werden und idealerweise zugleich in nicht zu großer Entfernung zu sehr tiefem Wasser liegen. Derartige Bedingungen findet man z. B. recht häufig am Rande küstennah gelegener Plateaus und in einigen Sundgebieten. Nach Möglichkeit sollten keine Fischfetzen, sondern frische (!) ganze Köderfische von 1 Pfd. bis 2 Pfd. verwendet werden, in den Sommermonaten am besten ein schnell beschaffbarer kleiner Seelachs oder in der kälteren Jahreshälfte ein Hering.

 b15Letzterer funktioniert zwar auch im Sommer, ist aber im Vergleich zum Köhler zu dieser Zeit regelmäßig ungleich schwerer als Frischköder zu beschaffen. Sehr lohnenswert können auch Dorsch, Schellfisch oder Lumb sein. Der Köder sollte möglichst langsam am Grund geführt werden, was am effektivsten bei eher ruhigen Wetterbedingungen und leichter Drift gelingt. Als Beschwerung sollten anstelle der gewöhnlichen Bleigewichte hakenlose Taumelpilker eingesetzt werden, die man in schöner Regelmäßigkeit auf den Grund aufschlagen lässt, um die Aufmerksamkeit zu wecken bzw. zu steigern. Der Biss eines ruhenden Heilbutts fällt meist eher zaghaft aus und erfordert dementsprechend große Aufmerksamkeit, denn insoweit gilt es auch den leisesten Zug an der Rutenspitze zu registrieren. Mit dem Anhieb bzw. dem Aufbauen des zum Eingraben eines ggf. verwendeten  Circle-Hooks erforderlichen Gegenzuges sollte man noch ein wenig warten, bis nämlich der Heilbutt den Köderfisch auch inhaliert hat, was bei der häufig überschätzten Maulgröße (durchschnittlicher Exemplare) eben auch mal ein bisschen dauern kann. Als Ruten kommen ca. 2 m kurze und sehr rückgratstarke Bootsruten der 30-50 lbs-Klasse in einteiliger oder am Rutengriff teilbarer Ausführung zum Einsatz, die für den dringend anzuratenden Einsatz eines Bauchgurtes über einen Kreuzschlitzgriffabschluss verfügen sollten.

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Zwar muss man mit solch kurzen Ruten aufgrund ihrer verminderten Pufferungseigenschaften bei den Fluchten des Fisches etwas Vorsicht walten lassen, um keine Aussteiger zu riskieren, was zusätzlich durch eine nicht zu harte Bremseinstellung und ein, wie empfohlen, etwas längeres Monofilvorfach kompensiert werden kann. Aber spätestens im Falle des erhofften Falles wird man schnell die Vorteile einer kürzeren Rute zu schätzen lernen, da Heilbuttdrills sich bekanntlich auch mal etwas länger hinziehen können. Dann nämlich wird man über jede Kräfteschonung dankbar sein und in extremen Situationen ist schlichtweg „Bums“ in der Rute gefragt, um auch eine richtig große Tischplatte vom Boden lösen und dann auch noch bis zur Wasseroberfläche befördern zu können. Bis es so weit ist, muss die hoffentlich robuste Multirolle Schwerstarbeit leisten und den kraftvollen und zumeist auch sehr schnellen Fluchten, die man zulassen muss, standhalten. Dies gelingt am besten mit mittelgroßen bis großen Modellen, die über ein erstklassig arbeitendes Bremssystemen verfügen. Letzteres nützt gleichwohl wenig, wenn die Schnur zuvor nicht sauber und straff aufgespult, also entsprechend sorgfältig (manuell) verlegt wurde. Als Hauptschnur kommt auch hier um die 500 m geflochtene Schnur mit ca. 30 kg Tragkraft zum Zuge. Das Vorfach besteht aus 1,20 mm starker und zum Haken hin (wegen der im Laufe eines längeren Drills steigenden Gefahr einer Aufscheuerung) ggf. noch mit einem Schlauchstück ummantelten Monofilschnur in Längen von 3 m bis 5 m. Noch längere Vorfächer sind anders als bei der Tiefseefischerei auf Leng und Lumb nicht zu empfehlen, da sich die Landung eines Heilbutts dadurch dann doch zu sehr erschweren würde. Vom Montagenaufbau her kann auch hier auf eine Durchlaufmontage mit Messing-Boom oder die Standardmontage mit zwei Seitenarmen zurückgegriffen werden. Zusätzliche Garnierungen spielen (jedenfalls bei den größeren Exemplaren) nur eine geringe Rolle und dürften bestenfalls bei Angeltiefen von 50 m und mehr in Gestalt von wenigen selbst leuchtenden Elementen Sinn machen. Bei den Haken sind stabilste Modelle in Größen ab 10/0 aufwärts Pflicht. Zur Anköderung ganzer Köderfische bietet sich auch für die Heilbuttangelei ein Doppelhakensystem an, welches jedoch nur mit konventionell geformten Haken, nicht aber auch mit den gerade bei der Heilbuttangelei beliebten Circle-Hooks funktioniert. Bei allen Manövern während eines Heilbuttdrills und bei der Landung sollte man stets sehr wachsam und vorsichtig sein, insbesondere sollten alle weiteren Ruten sofort aus dem Wasser genommen und im Boot ausreichend Platz und Ordnung für eine wenigstens insoweit ungehinderte Landung geschaffen werden. Bevor man sich anschickt, einen größeren Heilbutt ins Boot zu holen, sollte dieser zunächst einmal weitestgehend ausgedrillt sein, was manchmal erst nach mehreren Fluchten, die nicht selten erst sehr spät explosionsartig kurz unter dem Boot gestartet werden, der Fall ist. Hat man den Fisch dann endlich an der Wasseroberfläche liegen, empfiehlt sich bei größeren Exemplaren noch eine zusätzliche Sicherung des Fisches mittels einer speziellen Heilbuttharpune, die hinter dem Kopf möglichst im Bereich der Brustflosse platziert werden sollte.  Ist eine solche nicht zur Hand, kann man versuchen, den Fisch bereits an der Bordwand mit ein paar Betäubungsschlägen ruhiger zu stellen. Bis zum abschließenden Gaffeinsatz muss man jederzeit mit erneuten Fluchtversuchen rechnen bzw. auf solche vorbereitet sein, was vor allem bedeutet, dass noch immer eine Schnurfreigabemöglichkeit über die Rollenbremse gewährleistet sein muss.  

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Schwarzer Heilbutt: Im Norden bestehen ab 200 m erste Chancen auf den vorwiegend in Tiefen von 600 m bis 1000 m im Bereich des Kontinentalschelfs vorkommenden schwarzen Heilbutt, wobei jedoch die für die Angler noch zu bewältigende Angeltiefe von ca. 400 m schon eher einigermaßen realistische Fangaussichten verspricht. Als Köder sollten wegen der nicht übermäßigen Großwüchsigkeit nur kleinere Köderfische bzw. Fischstücke/-fetzen gewählt werden, etwa vom Hering, die bis zu 50 m über Grund angeboten werden. Die Bestände sind leider stark überfischt und rückläufig. 

Gefleckter Steinbeißer: Der auch in Nordnorwegen sehr selten gefangene gefleckte Steinbeißer lässt sich wohl noch am aussichtsreichsten im Frühsommer in Angeltiefen ab ca. 100 m abwärts bis zu 400 m auf weicheren, aber mit Felsen oder Steinen durchsetzten Untergründen beangeln, wobei er aber sehr schwer zu finden sein dürfte, da er sich wohl nur auf eng begrenzten Plätzen aufhält und insoweit dann vor allem Abschnitte an oder vor den Außenküsten im offenen Meer bevorzugt. 

Großer Rotbarsch:  Rotbarschschwärme findet man an steil abfallenden Kanten in gut durchströmten Bereichen regelmäßig ab 100 m abwärts, wobei die standorttreuen Fische meist ein gutes Stück über Grund stehen, was mal 10 m aber auch mal 30 m oder sogar noch mehr sein können. Angeboten werden kleine Fischfetzen, etwa vom Seelachs, an kleinen bis mittleren Haken der Größen 4/0 bis 8/0 mit kleinen phosphoreszierenden Leuchtperlen garniert an 4 bis 7 Seitenarmen jeweils in Abständen von 1 m verteilt an einem ca. 5 m bis 10 m langen Vorfach. Noch längere Vorfächer sollten nur sehr erfahrene und überdurchschnittlich geschickte bzw. besonnene Anglern einsetzen, da sich solche Vorfächer mit zunehmender Länge und Hakenanzahl natürlich immer schwieriger komplikationsfrei im Boot handhaben lassen und diese beim Heraufziehen leider verstärkt zum Verdrallen neigen, weshalb es hier ausnahmsweise nichts schaden kann, zusätzliche Wirbel in die Vorfachschnur zu schalten. Mit dieser Montage gilt es den Bereich bis zu 30 m über Grund durch regelmäßiges Anheben und Absenken abzusuchen. Hat man sich derart an die räumlich mitunter eng begrenzte Fangzone herangetastet, gilt es die Köder immer wieder punktgenau dorthin zu platzieren, was am besten bei ruhigen Bedingungen klappt. Bei einem Biss wird nicht hart angeschlagen, sondern nur eine verhalten zügige Rutenbewegung nach oben ausgeführt, um einem späteren Ausschlitzen während des Heraufholens vorzubeugen bzw. das Ausschlitzen bereits eingestiegener Fische zu vermeiden. Bei der Vorfachstärke sollten 0,75 mm nicht unterschritten und die Bremseinstellung nicht zu hart gewählt werden, denn hin und wieder steigen auch andere schwergewichtige Interessenten rasant auf die Fischfetzen ein.  

Abschließend sei an dieser Stelle allen meinen Bootspartnern, vor allem aber Volker Dapoz und Peter Gesien für die vielfältige und auch jetzt aktuell tatkräftig gewährte Unterstützung sowie das mit zur Verfügung gestellte Bildmaterial herzlich gedankt! 

Stand: 25.09.2007 Raik 

 

 
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