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Floatinganzug | Drucken |
 

Ein Schwimmanzug/Floatinganzug dient nicht als Ersatz für eine Rettungsweste!
Diese äußerst wichtige Aussage voraus, denn häufig denken die Menschen das sie doch einen Schwimmanzug tragen und dann keine Rettungsweste mehr brauchen - Dies ist ein Irrglaube, der das Leben kosten kann.
Im Gegenteil man sollte bei der Anschaffung der Schwimmweste stets an den Schwimmanzug denken, welcher vom Gewicht eindeutig zu schwerer Kleidung zählt und zusätzlich bereits einen Eigenauftrieb aufbringt welcher ggf. gegen die Weste wirkt. Aus diesen Grund raten wir bei dem tragen eines solchen Anzugs immer zu einer 275N Rettungsweste. Der Floating selbst bietet meist einen Auftrieb von 50N und stellt somit lediglich eine Schwimmhilfe dar, was für Norwegen völlig unzureichend ist und lediglich von nutzen ist wenn man keine Rettungsweste trägt, was auf Norwegens Küstengewässern jedoch kein Thema sein darf. Mehr dazu im Thema Rettungswesten.

 

Wozu dient ein Floatinganzug dann?
Natürlich ist ein solcher Anzug trotzdem eine nützliche Hilfe auf den Küstengewässern des gelobten Landes.
Denn die viel wichtigere Eigenschaft eines Floating ist das Verhinderung einer Auskühlung unseres Körpers im Falle eines Sturzes in das kalte Meerwasser. Ihre Aufgabe ist zum einen die Wärme unseres Körpers nicht weiter zugeben und zum anderen ihn gegen das kalte Wasser zu isolieren und dass jeweils bei einen treiben im Wasser.
Ein sehr angenehmer Nebeneffekt stellt das Warmhalten an Board bei kaltem Wetter dar.
Darum sollte neben den Kälteschutzeigenschaften stets auch auf die Wasserdichtigkeit (denn es nicht angenehm, wenn man auf den Boot eine nassen Hintern bekommt) und die Qualität/Verarbeitung geachtet werden.
Eine Aussage über die Wasserdichtigkeit gibt die EN 343 (Schutzkleidung - Schutz gegen Regen), welche in 3 Stufen unterteilt wird. Wenn möglich sollte ein Anzug gewählt werden, welcher die Stufe 3 erreicht.

 

Was passiert bei einen Sturz ins (kalte) Wasser?
Zum ersten droht eine mögliche sofortige Ohnmacht durch Kälteschock, sollte dies nicht der Fall sein kann es bereits nach ca. 5 Minuten zu einer völligen Schwimmunfähigkeit (33 °C Körpertemperatur) kommen, welcher sich eine spätere Ohnmacht durch Unterkühlung (30°C Körpertemperatur) und je nach Temperatur nach ca. 20 Minuten ein Herzstillstand (28-25 °C Körpertemperatur) anschließt.
Ein äußerst wichtiger Punkt ist, dass der Anzug auch korrekt angelegt sein muss, denn wenn er geöffnet ist oder die extra an den Beinen und Armen vorhandenen Klettverschlüsse (oder ähnliches) nicht angelegt werden, kann das Wasser im Anzug zirkulieren wodurch ihr Körper wieder schneller auskühlen wird und der Anzug seine Wirkung nicht entfalten kann.
Denn die Floater sind so konstruiert, das sie zwar zunächst Wasser eindringen lassen (Arm-, Bein-, Kopföffnungen), jedoch darf dieses Wasser möglichst überhaupt nicht zirkulieren, darum müssen die Verschlüsse immer möglichst Eng angelegt sein. Ansonsten würde das gut Wärmeleitende Wasser, welches durch unseren Körper erhitzt wird und diesen so eine isolierende Schutzschicht bilden soll, unsere Körperwärme abtransportieren.
Eine Floatinganzug versucht die oben genannten Folgen zu verzögern. Verhindern kann auch ein solcher Anzug sie nicht, aber er kann unsere Überlebenschancen um einige Zeit verlängern, gibt jedoch auch keine Garantie.
Für diese Kälteschutzzeit gibt es einige Normen, wie die EN ISO 15027 oder die 89/686/EEC Annex II, beide werden nach verschiedenen Klassen (A bis D) unterteilt. Schwimmanzüge können jedoch grundsätzlich nur die Klasse D erreichen. Sollten Sie eine höhere Zertifizierung wünschen, müssten Sie zu einen Trockenanzug greifen.

 
 Wassertemperatur

Kälteschutzzeit (Überlebenszeit)

Klasse A Klasse B Klasse C Klasse D
 unter 5 °C _6,0 h _2,5 h 1,5 h 1,0 h
 5-10 °C _9,0 h _4,5 h 2,5 h 1,5 h
 10-15 °C 15,0 h _7,0 h 4,0 h 2,0 h
 über 15 °C 24,0 h 15,0 h 6,0 h 3,0 h
 
Nur wenige Hersteller lassen Ihre Anzüge nach einer der Normen zertifizieren, dies hat den Hintergrund das es keinerlei Pflicht zur Zertifizierung gibt und die Kosten für einen solchen Test verhältnismäßig teuer sind.
Zertifizierte Anzüge gibt es von den Firmen Baleno und Mullion nach der Norm 89/686/EEC Annex II sowie von der Firma Fladen nach der EN ISO 15027.
Viele Hersteller geben Kälteschutzzeiten an, welche sie in eigenen Untersuchungen getestet haben. In den meisten Fällen entsprechen diese Zeiten denen der nationalen/internationalen Normen (Klasse D).
Ob man auf eigene Angaben vertraut oder man auf offizielle Zertifizierungen besteht muss jeder für sich selber entscheiden.
Die Angabe der EN 393, welche so gut wie bei jeden Anzug angeben wird, steht für die Schwimmfähigkeit mit 50N und kann eher vernachlässigt werden da die zusätzliche Verwendung einer Rettungsweste in Norwegen sowieso unerlässlich ist. Diese 50N reichen nämlich nicht aus um einen Menschen sicher zu tragen, sie bieten geradeeinmall den Schutz einer Schwimmhilfe und stellen deshalb eine unwichtige Aussage dar, welche fast jeder Anzug aufweist und meist auch groß angepriesen wird.
Was alle Anzüge ebenfalls aufweisen sollten ist das bekannte CE-Prüfzeichen. Einen Anzug ohne diese sollten Sie nicht kaufen.
Ich möchte kurz noch einen Satz zur Farbgebung eines Floatings machen. Neben vielen auffälligen, leuchtenden, reflektierenden werden auch einige wenige dezente teilweise sogar in tarnfarben angeboten - Eigentlich braucht man gar nichts zu sagen, denn wenn man auf dem Wasser treibt will man auffallen und da nützt mir kein Tarnanzug!
 
Floatings gibt es meist in 2 Varianten, zum einen als Einteiler (Overall) und zum anderen als Zweiteiler (Jacke + Hose).
Viele finden die Zweiteiler vom Tragekomfort her bequemer, da man auch mal die Jacke ausziehen kann und wir ein Hose-Jacke-System sowieso mehr gewohnt sind. Im Punkto Sicherheit muss man aber ganz klar sagen, dass die Einteiler wesentlich besser sind, da bei den Zweiteilern logischerweise eine große Öffnung vorhanden ist, welche dem Wasser eine Zirkulation ermöglicht. Aus diesen Grund sind Zweiteiler auch nie nach oben genannten Normen zertifizierbar.
Deshalb sollte man, wenn man wirklich einen Anzug für den Ernstfall sucht immer zu einen Overall greifen.
 
 
Andreas Trommer
 
 
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