Home arrow Sicherheit auf See arrow Bekleidung arrow Rettungswesten







Home
News
Infocenter
Reiseberichte
Sicherheit auf See
Angeltechniken
Angelausrüstung
GPS-Datenbank
Natur
Fischverwertung
Fischarten
Norwegen in Bildern
Bücher und Filme
Webcams
Forum
Autoren
Links
Impressum
Datenschutz

PARTNER












Rettungswesten | Drucken |
 

Seit 1995 besteht in Norwegen eine Mitführungspflicht von Schwimmwesten (für Ihre eigene Sicherheit sollten Sie die Westen auf dem Wasser aber stets auch angelegt haben). Sollte man ohne Schwimmweste angetroffen werden, muss mit hohen Geldstrafen gerechnet werden. In den meisten Ferienhäusern, welche mit Boot vermietet werden, findet man die bekannten Feststoffwesten in ausreichender Anzahl. Jedoch sollte man gerade dann, wenn man eine längere Zeit seines Urlaubs auf dem Wasser verbringen möchte (Angler, Wassersportler) darüber nachdenken, sich seine eigene Rettungsweste mitzubringen. Denn die herkömmlichen Feststoffwesten sind beim tragen häufig unbequem und stellen (auf Norwegens Gewässern) nur selten einen ausreichenden Schutz dar. Bei der Auswahl der passenden Weste sollte stets auf das angegebene Maximalgewicht des Trägers geachtet werden und ACHTUNG, die Kleidung und Schuhe die Ihr tragt wiegen auch! Die entscheidende Angabe in diesen Punkt ist die Tragkraft, dass heißt der Auftrieb im Wasser, gemessen in Newton (N). Diese bewegt sich bei marktüblichen Westen bei 50N, 100N, 150N und 275N.
 

Die Aufgaben einer Rettungsweste sind:

- den Kopf eines im Wasser schwimmenden Menschen zu tragen
- den ganzen Körper zu drehen (Gesicht nach oben)
- den Mund und die Nase dauerhaft sicher über der Wasseroberfläche zu halten

 

Um dies bei einen unbekleideten erwachsenen Menschen zu erreichen, ist eine Mindestauftriebskraft von 100N erforderlich! Dies bedeutet, dass die auf den Markt häufig angebotenen 50N Westen absolut untauglich sind! Jetzt kommt erschwerend hinzu, das niemand ohne Kleidung über die Norwegischen Gewässer shippert. Daraus folgt, dass auch von den 100N Westen strengstens abzuraten ist! Um die sogenannte Ohnmachtsicherheit (Drehung des Körpers durch die Rettungsweste) sicherzustellen, ist demzufolge eine Mindestauftriebskraft von 150N erforderlich. Hier ist jedoch die Grenze der Feststoffwesten erreicht, denn um diesen Auftrieb zu erzeugen müsste man eine derart unkomfortable und unzumutbare Konstruktion an sich tragen, das an Bewegung nicht zu denken wäre. Häufig kommt die Frage, na wie wahrscheinlich ist es schon das ich ohnmächtig werde? Glauben Sie uns, es geht sehr schnell, denn ab einer gewissen Wassertemperatur kühlt ihr Körper so stark aus, dass nur eine ohnmachtsichere Weste sie noch retten kann. Bereits nach wenigen Minuten sind Sie in kalten Wasser bewegungsunfähig und werden kurz darauf in Ohnmacht fallen. Und denken Sie daran, die Fjorde und Schären an Norwegens Küste sind allesamt Bestandteil des Atlantiks und erreichen nur selten eine angenehme Badetemperatur. Aus diesen Grund sind die einzig empfehlenswerten Rettungswesten Automatik- oder Halbautomatikwesten. Sie tragen sich sehr bequem und stören viel weniger bis überhaupt nicht. Ausgelöst werden die eingebauten CO2-Patronen (CO2 = ungiftig, unbrennbar und gut lagerbar) entweder durch eine Automatik (Tablette löst sich im Wasser auf und löst aus) oder durch eine Reisleine, wodurch die Weste aufgeblasen wird. Ob man sich für die 150N oder 275N Variante entscheidet muss jeder selber wissen, jedoch empfehlen wir besonders dann, wenn man schwere Kleidung (wird im Wasser häufig noch schwerer) trägt und mit härteren Bedingungen auf See und beim Wetter zu rechnen ist zu der 275N Version. Natürlich wollen wir Ihnen auch die Nachteile einer aufblasbaren Weste nicht verheimlichen. Neben den höheren Anschaffungskosten ( Feststoffwesten ca. 30€ / 150N Automatikweste ca. 90€ / 275N Automatikweste ca. 110€ / natürlich geht es auch teurer, so kann es bis zu 400€ hinauf gehen ) ist es erforderlich, dass die Westen in regelmäßigen Abständen von Fachfirmen überprüft und gewartet werden.
Jedoch gilt hier, dass an der Sicherheit zuletzt gespart werden sollte. Denn wir haben nur ein Leben!











Und die Vorteile der ohnmachtsicheren Lage und des bequemeren Tragens sprechen für sich. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, das in den Ferienhäusern in der Regel nur die normalen Feststoffwesten vorhanden sind und diese lediglich einen Auftrieb von 50N oder 100N aufbringen. Was dies bedeutet wissen jetzt selber.
 

Denken Sie beim Einkauf von Schwimmwesten bitte auch an Ihre Kinder, denn es hat keinen Zweck, wenn sie Ihren Nachwuchs in viel zu große Westen stecken und sie im Ernstfall nicht richtig gehalten werden. Kinder-Rettungswesten gehören auch nicht zu den Standardzubehör von Mietobjekten und sollten, wenn es vorher nicht bekannt ist, sicherheitshalber grundsätzlich selber mitgenommen werden.
 

Sollten Sie Ihre Urlaubsreise mit dem Flugzeug antreten, beachten Sie bitte , dass es bei der Mitnahme von Automatikwesten zu Problemen kommen kann und schon desöfteren kam. Die eine Fluggesellschaft besteht darauf, dass die Gaspatrone montiert an der Weste ist, bei anderen darf sie dies unter keinen Umständen sein. Aus diesen Grund sollten Sie sich vor Antritt der Reise unbedingt bei Ihrer Fluggesellschaft informieren, wie mit den CO2-Patronen zu verfahren ist, ob montiert oder nicht, ob im Gepäck oder Handgepäck. Wenn möglich lassen sie sich die Aussage schriftlich geben und nehmen sie diese mit zum Terminal.
 

Zusammenfassend noch einmal eine Übersicht der Auftriebsklassen:
 
Auftrieb Eigenschaft  Verwendung Norm
_50 N Schwimmhilfe  Ausschließlich für Schwimmer. Nur für geschützte Gewässer, wo Hilfe in der nähe ist EN 393
100 N Rettungsweste  Geeignet für Binnengewässer EN 395
150 N Rettungsweste  Geeignet für Hochsee EN 396
275 N Rettungsweste  Für Hochsee u. extreme Bedingungen. Für träger von schwerer/wetterfester Bekleidung EN 399
 
Andreas Trommer
 
 
weiter >




 


Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten! - Ein Projekt von anglerboard.de.