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Gleiter & Verdränger | Drucken |

Wenn Ihr über Norwegens Fahrwasser tuckert, werdet Ihr das in der Regel mit 2 verschiedenen Bootstypen bewerkstelligen: dem gleitenden Bootstyp und dem verdrängenden Bootstyp, sprich Gleiter & Verdränger.

Gleiter

Solche Bootstypen kommen bei sugsessiver Erhöhung der Geschwindigkeit, bedingt durch die Bauform des Rumpfes, ab einem bestimmten Speed mit dem Bug aus dem Wasser und gleiten mit dem hinteren Heckteil über die eigene Bugwelle. Ein Gleiter schiebst sich demzufolge nicht durch die Welle, sondern fährt ab einer bestimmten Geschwindigkeit auf der Welle. Je mehr Fahrt aufgenommen wird, desto mehr hebt sich das Bug des Bootes aus dem Wasser und desto geringer wird die Kontaktfläche des Heckteils mit dem Medium Wasser. Solche Bootstypen können ja nach Rumpflast und Gewichtsverteilung auf den Planken enorme Geschwindigkeiten erreichen - in Abhängigkeit von der Motorisierung. Auch ein Gleiter ist ein Verdränger, wenn er seine Rumpfgeschwindigkeit (siehe folgend) nicht überschreitet. Der Vorteil des Gleiters liegt jedoch daran, daß bei Erhöhung der Rumpfgeschwindigkeit und guter Motorleistung die Bootsgeschwindigkeit sugsessive erhöht werden kann, was bei einem klassischen Verdränger nicht möglich ist.

Je nach Bootslänge und Bootsgewicht sollte ein Gleiter so motorisiert sein, daß er unter normaler Last und nichtrauer See bei 2/3 Fullspeed in´s Gleiten kommt. Als Faustregel kann man hierbei runde 50 PS je Bootstonnage zugrunde legen.

Verdränger

Wiederum andere Bootstypen können, bedingt durch die Bauform des Rumpfes, der bei Verdrängern relativ tief im Wasser liegt, eine bestimmte Bootsgeschwindigkeit nicht überschreiten. Dies hat physikalische Gründe, da der Bootsrumpf, egal mit welcher Motorisierung, nie aus dem Wasser kommt sondern sich generell durch das Wasser schiebt! Die maximal mögliche Geschwindigkeit eines Verdrängers lässt sich relativ schnell an der bekannten Länge der Wasserlinie (des im Wasser liegenden Rumpfes) errechnen:

Maximale Verdrängergeschwindigkeit = 2,43 x Wurzel aus der Länge der Wasserlinie in m

Ein Verdränger mit einer im Wasser liegenden Rumpflänge von 12m kann sich also nur mit bis max. 8,4 kn bzw. 15,6 km / h durch´s Wasser schieben. Dies allerdings auch nur dann, wenn die See es erlaubt.

Bei einem Verdränger dieser Länge bringt es ergo überhaupt nichts, wenn man diesem einen 200er Turbolader an den Hintern klebt > dieser wird auch nicht mehr als runde 15km / h bringen! Im Gegenteil: im Extremfall kann es sogar passieren, daß ein an der Leistungsgrenze fahrender Verdränger mit extremer Übermotorisierung durch seine eigene, sich auftürmende Bugwelle fährt und diese in´s Boot bricht!

Bei einem Verdränger sollte man runde 5PS Motorleistung je Tonnage ansetzen. Es ist zwar auch weniger möglich, aber ein wenig Puffer im Leistungsspektrum lässt einen Verdränger gegen rauer See besser durch die Welle schieben und achterseits (mit dem Wind) besser auf Kurs halten.

                                                                                              

Worin liegen nun die Vor- und Nachteile beider Bootstypen:

Der Vorteil eines gleitenden Bootstypes liegt eindeutig darin, daß er - im Vergleich zum Verdränger - wesentlich schneller ist. Ergo kommen wir schneller zum Ziel und, was nicht zu verachten ist, auch schneller wieder zum Heimathafen bzw. in geschützte Bereiche (vor allem bei sich ankündigenden Wetterumschwüngen).

Der Vorteil eines Verdrängers liegt eindeutig im besseren „abwettern" bei rauer See. Ein Gleiter nimmt sämtliche Wellenschwingungen auf und tanzt förmlich auf der Welle. Bei heftiger See kann ein unsachgemäß geführter Gleiter schnell zum Alptraum werden (dazu aber dann mehr im Thema Tipps bei der Bootsführung). Ein Verdränger hingegen schiebt sich auch bei etwas kappeliger See gut durch die Welle.

Ein Verdränger kompensiert auch schwere Zuladungen weitaus besser als ein Gleiter und trimmt nicht back- und steuerboards, wenn es zu einer Gewichtsverlagerung auf den Bootsplanken kommt.  Ein Gleiter reagiet auch empfindlichst auf Überladungen. Zuviel Gewicht im Heckbereich, bringt diesen Bootstyp nicht zum Gleiten und er schiebt sich als Verdränger durch die Welle, was einen enormen Spritverbrauch zur Folge hat. Daher ist bei einem Gleiter auch auf eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu achten, damit dieser überhaupt in´s Gleiten kommt.

Je nach Kielform, schlägt ein Gleiter auch mehr oder weniger auf die Welle, da er, konstruktionsbedingt, nicht im- sondern auf dem Wasser liegt. Bei zu hoher Geschwindigkeit "fliegt" ein Gleiter förmlich über seine eigene Bugwelle um dann in´s folgende Wellental zu "fallen". 

Kurz um: ein Verdränger ist sicherer, ein Gleiter schneller.
 
Jirko Kruszona 
 
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