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Tipps & Bootssicherheit | Drucken |

Im folgenden ein paar hilfreiche Informationen zum Thema Bootsführung und Sicherheit:

Vor jeder Abfahrt checkt bitte den Tankinhalt und fahrt nur mit ausreichend Reserven auf´s Nass.

Vor jeder Ausfahrt wird ein Käptn benannt, der auch über ausreichend Erfahrung im Umgang mit Booten verfügen sollte. Der Käptn hat alleinige Entscheidungsgewalt. Wenn er der Meinung ist, die Tour abbrechen zu müssen, dann wird abgebrochen! Verbale Attacken gegen den Käptn dürft ihr gerne mit festem Boden unter den Füssen reiten - auf See wird gemacht, was der Bootsführende sagt.

Weitere Ausfahrten generell nur mit 2 Booten! Dabei permanent Sichtkontakt halten. Verständigung via Funkgeräte und / oder Handy, um schnellstens Hilfe herbeirufen zu können. Optimal sind Funkgeräte, welche auch noch in einem Radius von 2-5km gut und störfrei arbeiten.

Informiert euch über Funklöcher auf den Fahrwassern! Es gibt einige größere Areale an Norwegens Küste, die nicht abgedeckt sind. Meidet solche Bereiche.

Generell über´s aktuelle Wetter informieren und entsprechende Schlußfolgerungen ziehen.

Ausreichend Getränke (kein Alkohol!) und nährstoffreiche Speisen mitführen.

Immer darauf achten, daß ein Anker mit ausreichend Leine mit on Bord ist. Dieser ist immens wichtig da man jederzeit damit rechnen muss, daß der Motor verreckt und sich partout nicht mehr starten lässt. Wind- und Strömungsdrift lassen euren Kahn ohne Anker unweigerlich an die Klippen schlagen. In solch einem Fall also bugseits mit gebührenden Abstand zum Gestein den Anker ablassen. Dabei sollten aber schon gute 60-70m Ankerleine verfügbar sein, da nur mit ausreichend langer Leine (mindestens 3 x Wassertiefe) kappelige See gut „abgewettert" werden kann. Eine zu kurze Ankerleine strafft den geankerten Kahn und drückt ihn im Extremfall in eine Welle!

Auch über tiefem Wasser und auf offener See kann der Motor versagen. Hier hilft natürlich kein Anker. Bei aufkommender, rauer See kann (muss!) man dann das Bug des Bootes mit einem Driftanker in der Welle halten. Auch hier sollte ausreichend Leine gegeben werden. Ergo immer daran denken, nebem dem Anker auch einen Driftanker mit dabei zu haben. Achtet in solch einem Fall auf eine harmonische Gewichtsverlagerung im Boot!

Immer die Telefonnummer des Vermieters, der Seenotrettung (NSSR) und deiner Reisekumpanen mitführen. Handy sollte in einer wasserdichten Tasche verstaut werden

In Bereichen mit Zugang zum offenen Meer, nehmt euch vor Flachwasserbereichen in acht. Gerade bei ner heftigen Altsee, kann sich eine Dünungswelle in einem solchen Bereich zu was ganz bösem aufbauen! (siehe Wetterkunde > Grundsee).

Stellt auf dem Echolot eures Bootes den Flachwasseralarm auf 5m! Bei Unterschreitung wird euch das Lot einen akustischen Hinweis geben und ihr müsst in diesem Fall sofort die Geschwindigkeit sugsessive reduzieren. Fahrt in Flachwasserbereichen -4m generell nur auf Sicht (1 x am Bug)! Habt ihr einen Plotter auf dem Kahn, achtet auf Untiefen und meidet Flachwasserbereiche in den Schären.

Achtet beim Fahren auf Treibgut! So´n Stück treibendes Holz kann bei Unachtsamkeit mal ganz schnell die Propellerlöffel der Schraube verformen!

Checkt vor Aus- und Durchfahrten durch flache Schärenbereiche auch die Rückzugsmöglichkeiten! Gerade bei starken Tidenhüben (Springtide bei Vollmond), kann sich der Meeresspiegel um einige Meter senken. Bemerkung: die Tiefenangaben auf den nautischen- und elektronischen Seekarten beziehen sich immer auf Seekartennull, sprich der niedrigste, gemessene Wasserstand bis zur Produktion der Karten.

Bei der ersten Ausfahrt solltet ihr euch mit dem Boot und dessen Reaktion vertraut machen. Prüft die Kurvenlage, wie spricht der Gashebel an, wie reagiert das Boot bei Gasreduzierung und so weiter.

Seid behutsam im Umgang mit dem Gashebel! Beschleunigt langsam bis zur Gleitfahrt und nehmt langsam und in kurzen Intervallen den Speed weg! Es besteht extreme Unfallgefahr (im Extremfall MOB > Man over Bord), wenn ihr den Hebel durchdrückt bzw. diesen bei Gleitfahrt auf Standgasstellung bringt.

Bei Booten ohne Lenzvorrichtung (in der Regel kleinere GFKs und Holzboote), kehlt den Fang generell außenbords oder in einem dafür mitgeführten, gesicherten Eimer. Blutlachen auf den Bootsplanken sind kreuzgefährlich und es besteht akute Rutschgefahr! Bei selbstlenzenden Booten die Bootsplanken zwischendurch abspülen.

PVC-Rohre aus dem Baumarkt, mit ner Länge von rund einem Meter, sind sehr gut für´s kurze Geschäft geeignet. Es ist dringend davon abzuraten, an der Reling stehend zu urinieren (ein kurzer Brecher und ihr liegt im Wasser)! Für die Damen sollte in diesem Fall immer ein Eimer bereitstehen.

Spitze Gegenstände (Gaff, Kehlmesser, Filetiermesser etc.) müssen auf dem Kahn gesichert werden. Andernfalls besteht akute Unfallgefahr!

Nie mit Wathose den Kahn betreten bzw. mit diesen losfahren! Tragt kälte- und wasserdichte Kleidung. Optimal sind Flotations in Verbindung mit einer Automatikweste mit mindestens 150N Tragkraft (beim Offshoreangeln 275N).

Bei kleineren GFKs und Holzbooten immer 2 intakte Paddel mitführen. Die Ruderdolen auf Funktionalität prüfen.

Ersatzzündkerzen und Kerzenschlüssel gehören genauso zum Bordinventar, wie Kompass (siehe Thema kleine Kompasskunde), einlaminierte Seekarte und einer starken visuellen- und akustischen Signalquelle (Licht & Pfeife für den Nebelfall).

Bei niederbordigen Booten (kleine GFKs und Holzboote), sollte sich immer nur 1 Besatzungsmitglied stehend im Boot bewegen! Optimal ist die Fortbewegung auf Knien, da bei solchen Leichtbooten eine Gewichtsverlagerung (z.b. 2 Besatzungsmitglieder stehend auf einer „Relingseite") schwerwiegende Folgen haben kann (MOB)!

Jirko Kruszona 

 
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