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GPS | Drucken |
 
Mittlerweile gibt es sie in unzähligen Varianten, von günstigen Handgeräten ab 100 € über Kombigeräte welche mit einen Echolot verbunden sind bis hin zu mehren tausend Euro teuren Navigationsgeräten.
Auf Grund der mittlerweile verhältnismäßig Preisgünstigen Varianten ist es jeden, der häufiger und längere Zeit auf den Gewässern an Norwegens Küsten unterwegs ist, zu empfehlen ein GPS mitzuführen. Denn gerade im Küstenbereich und damit im direkten Einzuggebietes des Atlantiks muss mit schnell umschlagenden Wetter- und Seebedingungen gerechnet werden. Dies bedeutet dass das Wetter schnell so stark umschlagen kann, das sie kein Land mehr erkennen und damit eine Fahrt in den Hafen zurück zu einen reinen Selbstmordkommando werden würde. In diesem Fall kann Sie nur noch ein GPS heil dorthin bringen.
 
Zuerst möchten wir kurz die Frage beantworten, wie ein GPS-Gerät eigentlich funktioniert.
Die Erde wird von einen GPS-Satelliten-System umgeben, welches aus mindestens 24 (meist jedoch um die 30) Satelliten besteht, die in einer Höhe etwa 20.000 km um unseren Planeten kreisen.
Diese GPS Satelliten senden Signale aus, wie (vereinfacht ausgedrückt) ihren Namen, ihre Genaue Position und den Aussendezeitpunkt. Aus diesen Daten und dem Zeitpunkt des Signalempfangs kann ein GPS-Gerät seine genaue Position berechnen.
Möglich ist dies jedoch nur, wenn es diese Daten von mindestens 3 verschiedenen Satelliten empfängt (je mehr um so genauer die Ermittlung). Diese Datenerfassung und Berechnung wiederholt das GPS kontinuierlich und kann so unsere Position auf wenige Meter genau anzeigen.
Auf Grund dessen, das die Satelliten ständig um die Erde kreisen und bei einer Positionsänderung auch die Satelliten über uns wechseln, können GPS-Geräte bei längeren Außerbetrieb sein oder dem zurücklegen einer größeren Entfernung im ausgeschalteten Zustand mehrere Minuten brauchen, bis sie ein gültiges Signal empfangen.
 
Da das herkömmliche Satelliten-System für die Luftfahrt zu ungenau ist, hat man eine Erweiterungssystem entwickelt.
Genau genommen gleich drei. WAAS für den amerikanischen, EGNOS für europäischen und MSAS für den asiatischen Raum.
Dabei handelt es sich jeweils um eine System mit mehreren Bodenstationen welche die GPS Signale Überwachen und für diese Korrekturdaten errechnen. Diese Daten werden wiederum über Satelliten an den Empfänger weitergegeben. Dadurch ist eine viel präzisere Lagebestimmung möglich als mit den herkömmlichen Variante.
Diese drei Systeme sind untereinander sogar kompatibel, allerdings empfiehlt es sich hier in Europa WAAS an ihren GPS zu deaktivieren. Da es durch die weite Entfernung eher zu Verschlechterung als Verbesserungen führen kann.
 
Aber wie hilft Ihnen das jetzt sich aufs Norwegens Gewässern zurecht zu finden und zu bewegen?
Ein GPS ist in der Lage sogenannte "Wegpunkte" (Waypoints) abzuspeichern. Diese können Sie entweder während der Navigation abspeichern oder vorher mittels Eingabe von Koordinaten einprogrammieren. Solche Punkte können Beispielsweise Untiefen, Unterwasserberge, andere Gefahrstellen oder auch Angelstellen darstellen.
Vor der ersten Ausfahrt an Ihren Urlaubsort sollten Sie grundsätzlich Ihren Heimathafen mit einen Wegpunkt in ihrem GPS abspeichern! Die Wegpunkte können in der Regel jeweils mit einen Namen und einen Symbol gekennzeichnet werden,
so das sie schnell wissen um was es sich dabei handelt.
Wählt man einen solchen Punkt anschließend aus, kann uns das GPS mittels ständiger Berechnung von Entfernung und Richtung zu dem entsprechenden Punkt navigieren.
Um mehrere Wegpunkte hintereinander abzufahren, was beispielsweise hilfreich ist wenn man wegen vieler Gefahrstellen eine gewisse Strecke nutzen muss, oder wenn Angler mehrere Fangstellen hintereinander abfahren möchten, besteht die Möglichkeit "Routen" zu erstellen. Dabei werden mehre Wegpunkte zu einer Strecke verbunden und das GPS navigiert uns von einem zum nächsten Punkt.
Neben diesen Wunschrouten speichern die Geräte auch noch sogenannte Tracks oder auch Tracklogs.
Diese stellen die tatsächlich gefahrenen Strecke dar. Dies ist sehr nützlich wenn man das GPS als Hilfe für die Rückfahrt in den Hafen braucht, so kann man seiner gefahrenen Stecke folgen. Und dies kann schnell der fall sein. An Norwegens Küste muss immer mit plötzlich aufziehenden Unwettern gerechnet werden, innerhalb von wenigen Minuten kann es sich dabei so stark verschlechtern das Sie die Hand vor Augen nicht mehr sehen und erst recht kein Land mehr erkenn können. In diesem Fall kann Sie nur noch ein GPS sicher in ihren Heimathafen lotsen. Da es allerdings wie bereits erwähnt passieren kann das ein GPS mehrere Minuten braucht bis es ein gültiges Signal empfängt, sollte das Gerät an Board immer angeschaltet sein. Des Weiteren sollten Sie beachten das für einen Empfang von Sattelitensignalen das Gerät einen freien blick zum Himmel benötigt, dies bedeutet das es nicht in der Jackentasche oder Essensbox verschwinden darf.
Bedenken Sie bitte auch immer, das ihr Gerät keine vor ihnen befindlichen Schiffe sehen kann und somit auch bei einer Fahrt auf einer bereits abgefahrenen Strecke immer äußerste Vorsicht und der vernünftige Menschenverstand gefragt sind.
 
Jetzt sprechen wir die ganze Zeit von GPS-Punkten und Koordinaten, aber wie sehen diese aus?
Koordinaten bestehen immer aus 2 Angaben, den Breitengrad und den Längengrad.
Der Breitengrad wird an hand der Breitenkreise ermittelt. Der erste davon ist der Äquator, ausgehend hiervon wird die Breite nach Norden und Süden bis jeweils 90 ° gemessen. Auf jeden Grad verläuft dann theoretisch parallel zum Äquator der jeweilige Breitenkreis.
Neben den Breitenkreisen gibt es noch die Längenkreise, diese stehen senkrecht auf dem Äquator und treffen jeweils am Nord- und Südpol aufeinander. Da es hier keinen geografischen Nullpunkt gibt wurde festgelegt das der Nullmeridian durch die Sternwarte im englischen Greenwich verläuft und damit die Datumsgrenze festlegt. Von dieser Linie werden die Längen in östliche und westlich Richtung bis jeweils 180° gemessen.
So entstehen dann Koordinaten wie beispielsweise N61°05.063' E05°01.844' . Wobei es auch hierbei wieder zwei Varianten zu unterscheiden gilt. Das eben genannte Beispiel ist im Dezimalminutenformat, neben diesen gibt es noch das Sekundenformat, in diesem Fall würde der selbe Wert N61°05'03,78'' E05°01'50,64'' lauten.
Je nachdem mit welchen Format ihr GPS arbeitet müssen Sie Ihre Daten anpassen.
Die Umrechnung ist simpel machbar, einfach die Dezimalstellen (in diesem Fall die 0,063 bzw. 0,844) mit 60 multiplizieren.
Oder umgekehrt (03,78 bzw. 50,64 durch 60 dividieren).
Noch so genaue Daten helfen aber überhaupt nichts wenn man nicht das korrekte "map datum" verwendet.
 
Was ist das "map Datum"?
Dies zu klären würde jetzt den Rahmen sprengen, kurz zusammenfassend kann man den Begriff eher mit "Kartenbezugssystem" als mit "Karten Datum" übersetzen. Der Hintergrund ist dass die Erde in Wirklichkeit weniger einer Kugel sondern vielmehr einem Geoid gleicht. Zur Vereinfachung und Ermöglichung einer Lageberechnung hat man deshalb einen Ellipsoiden als Idealfigur für die Erde angenommen. Je nach Anschauungspunkt auf die Erde passten jedoch andere Ellipsoiden als Idealfigur, dadurch kam es das verschiedene Nationen unterschiedliche Ellipsoiden verwand haben. Zu allen Überfluss haben einige Vermesser das Zentrum der Erde für Berechnungen einfach verschoben. So kam es das verschiedene Map Datums entstanden und auch heute noch verwendet werden. Bei Verwendung verschiedener Daten können Abweichungen von mehreren hundert Metern entstehen. Das gebräuchlichste und meist in den GPS-Geräten Voreingespeicherte Map Datum, auf dem inzwischen auch die meisten Karten beruhen ist "WGS84". Von daher ist dies heute nur selten ein Problem, lediglich beim erhalt von GPS Punkten von anderen Personen sollten wir uns davon überzeugen das diese ebenfalls von WGS84 stammen und bei Anschaffung eines GPS sollten wir überprüfen ob WGS84 bereits ausgewählt ist.
 
Eine Bitte zum Schluss. Ein GPS ist ein Elektronisches Gerät und auf ein solches sollte man sich nie zu 100 % verlassen,
vor allen nicht wenn sein Leben daran hängt. Aus diesen Grund gehört auf jedes Boot egal welche Technik an Bord ist immer ein Kompass!
Ansonsten Viel Spaß beim Navigieren auf Norwegens Gewässern.
 
 
Andreas Trommer
 
 
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