Home arrow Sicherheit auf See arrow Wetterkunde arrow Windstärkenübersicht & Wellen







Home
News
Infocenter
Reiseberichte
Sicherheit auf See
Angeltechniken
Angelausrüstung
GPS-Datenbank
Natur
Fischverwertung
Fischarten
Norwegen in Bildern
Bücher und Filme
Webcams
Forum
Autoren
Links
Impressum
Datenschutz

PARTNER












Windstärkenübersicht & Wellen | Drucken |

Die Windstärken werden nach der 12-stufigen Beaufort-Skala angegeben. Sie beschreibt die Auswirkungen des Windes auf dem Wasser und dem Land. Die Windstärken verlaufen nach oben hin nicht linear. Die Zunahme der Windstärke und des daraus resultierenden Winddruckes im oberen Bereich der Windstärkenskala geht automatisch mit einer wesentlich höheren Windgeschwindigkeitssteigerung einher, als im unteren Bereich! Der Winddruck wächst mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit! Ergo führt die Zunahme des Windes von 4- auf 5 Bft zu einer Verdoppelung des Winddruckes auf die Bordwandaußenseiten > Dies ist gerade bei hochbordigen Booten nicht zu verachten!

Eiserne Grundregel: Bei normalen, nicht rauhwassertauglichen Booten (Holz- oder Plastekähne niederbordig > meist 5m in der Länge und nur mit 10-15PS motorisiert) bei auftretenden Schaumkämmen (ab 4 Bft) nicht mehr ungeschützte Bereiche verlassen. Am besten garnicht mehr den Bootssteg verlassen und der Uferangelei fröhnen!


Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Mario Lehwald (www.seewetter-kiel.de) für die Erlaubnis, die folgenden Bilder nutzen zu dürfen!

Windstärke 0 > Windstille (Stille)

km/h m/s
1 0,3
  • bis 0,2m / s
  • über Land steigt Rauch gerade empor
  • das Wasser ist spiegelglatt

Windstärke 1 > leiser Zug (Flau vind)

km/h m/s
2 0,6
3 0,8
4 1,1
5 1,4
  • bis 1,5m / s
  • über Land Windrichtung nur am ziehenden Rauch erkennbar
  • schuppenförmige Riffelung auf dem Wasser

Windstärke 2 > leichte Brise (Svak vind)

km/h m/s
5 1,7
6 1,9
7 2,2
8 2,5
9 2,8
10 3,1
11 3,3
  • bis 3,3m / s
  • über Land Wind im Gesicht fühlbar, Blätter säuseln, Windfahne bewegt sich
  • Kleine, kurze und ausgeprägte Wellen, Kämme sind glasig, brechen aber nicht

Windstärke 3 > schwache Brise (Lett bris)

km/h m/s
13 3,6
14 3,9
15 4,2
16 4,4
17 4,7
18 5,0
19 5,3
  • bis 5,4m / s
  • auf dem Land werden Blätter bewegt und leichte Wimpel gestreckt
  • Kämme beginnen zu brechen, vereinzelt zeigen sich weiße Schaumköpfe

Windstärke 4 > mäßige Brise (Laber bris)

km/h m/s
20 5,6
21 5,8
22 6,1
23 6,4
24 6,7
25 6,9
26 7,2
27 7,5
28 7,8
  • bis 7,9m / s
  • auf dem Land werden kleine Zweige und dünne Äste bewegt. Staub und loses Papier bewegt sich.
  • Wellen noch klein, werden aber länger. Verbreitet weiße Schaumkronen.

Windstärke 5 > frische Brise (Frisk bris)

km/h m/s
29 8,1
30 8,3
31 8,6
32 8,9
33 9,2
34 9,4
35 9,7
36 10,0
37 10,3
38 10,6
  • bis 10,7m / s
  • auf dem Land werden größere Zweige bewegt. Wind im Gesicht unangenehm.
  • Mäßige, lange Wellen. Überall weiße Schaumkämme.

Windstärke 6 > starker Wind (Liten Kuling)

km/h m/s
39 10,8
40 11,1
41 11,4
42 11,7
43 11,9
44 12,2
45 12,5
46 12,8
47 13,1
48 13,3
49 13,6
50 13,9
  • bis 13,8m / s
  • Starke Äste in Bewegung. Pfeifen in Telegrafenleitungen.
  • Bildung großer Wellen beginnt. Größere Schaumflächen mit etwas Gischt.

Windstärke 7 > steifer Wind (Stiv Kuling)

km/h m/s
51 14,2
52 14,4
53 14,7
54 15,0
55 15,3
56 15,6
57 15,8
58 16,1
59 16,4
60 16,7
61 16,9
  • bis 17,1m / s
  • Schwächere Bäume werden bewegt. Fühlbare Hemmung beim Gehen gegen den Wind.
  • Der beim Brechen entstehende Schaum beginnt sich streifenförmig in Windrichtung zu legen.

Windstärke 8 > stürmischer Wind (Sterk Kuling)

km/h m/s
62 17,2
63 17,5
64 17,8
65 18,1
66 18,3
67 18,6
68 18,9
69 19,2
70 19,4
71 19,7
72 20,0
73 20,3
74 20,6
  • bis 20,7m / s
  • Bricht Zweige von den Bäumen und erschwert erheblich das Gehen.
  • Von den Kämmen beginnt Gischt, mit ausgeprägten Streifen in Windrichtung, abzuwehen.

Windstärke 9 > Sturm (Liten Storm)

km/h m/s
75 20,8
76 21,1
77 21,4
78 21,7
79 21,9
80 22,2
81 22,5
82 22,8
83 23,1
84 23,2
85 23,6
86 23,9
87 24,2
88 24,4
  • bis 24,4m / s
  • Kleinere Schäden an Häusern (Dachziegelwurf)
  • Abgewehte Gischt beginnt die Sicht zu behindern. Dichte Schaumstreifen in Windrichtung.

Windstärke 10 > schwerer Sturm (Full Storm)

km/h m/s
89 24,7
90 25,0
91 25,3
92 25,6
93 25,8
94 26,1
95 26,4
96 26,7
97 26,9
98 27,2
99 27,5
100 27,8
101 28,1
102 28,3
  • bis 28,4m / s
  • Bäume werden entwurzelt. Bedeutende Schäden an Häusern.
  • Wasser weiß durch Schaum, Sicht durch Gischt erheblich beeinträchtigt. Sehr hohe Wellenberge mit überbrechenden Kämmen. Schweres, stoßartiges Rollen der See.

Windstärke 11 > orkanartiger Sturm (Sterk Storm)

km/h m/s
103 28,6
104 28,9
105 29,2
106 29,4
107 29,7
108 30,0
109 30,3
110 30,6
111 30,8
112 31,1
113 31,4
114 31,7
115 31,9
116 32,2
117 32,5
  • bis 32,6m / s
  • Schwere Sturmschäden
  • außergewöhnlich hohe Wellenberge. See völlig weiß mit Schaum und Gischt angefüllt. Rollen der See wird zum Getöse.

Windstärke 12 > Orkan (Orkan)

km/h m/s
118 32,8
119 33,2
120 33,3
121 33,6
122 33,9
123 34,2
124 34,3
125 34,7
126 35,0
127 35,3
128 35,6
129 35,8
130 36,1
131 36,4
132 36,7
  • > 32,7m / s
  • Verwüstungen auf dem Land
  • Alles weiß von Gischt und Schaum. Keine Sicht mehr möglich.

Wellen & co.

Eine Welle ist lediglich ein Schwingungszustandes des Wassers, hervorgerufen durch den Wind. Es wird also nicht das Wasser ansich bewegt (wie bei auf- oder ablaufendem Wasser > Tidenströmung), sondern die Wellen sind lediglich Energiebewegungen des Mediums Wasser! Auf gut Deutsch: Wellen transportieren uns (das Boot) nicht!

Windsee

Ist das Wellenbild, das durch den Wind auf dem Wasser erzeugt wird.

Dünung

Auch als Altsee bekannt:  Auslaufende Schwingungen von auf dem Atlantic herrschenden Winden. Der Wind als Antriebskraft wirkt nicht mehr, aber die durch den Wind erzeugte Energie versetzt das Wasser auch über lange Zeit hin noch in Schwingung. Dünungswellen sind in der Regel sehr langgezogene Wellen ohne Kammbildung. Sie können nicht selten, je nach Windrichtung auf dem Atlantic, sehr ausgeprägt und hoch sein. Sind aber ohne Wind relativ harmlos! Haben aber meist ein "Aussetzen" des Gleichgewichtsorganes zur Folge, wenn man sich zulange auf einen Punkt bei Altsee fixiert (Blick auf die Rutenspitze beim Naturköderfischen z.B.).

Seegang

Ist die Kombination aus Altsee (Dünung) und lokalen Winden. Die durch die lokalen Winde erzeugten Wellen vermischen sich mit der Altsee (Dünung). Eine nicht selten recht gefährliche Kombination > je nach Windrichtung und Stärke.

Grundsee

Mit das gefährlichste, mit dem wir Angler konfrontiert werden können! Eine Grundsee entsteht nur durch eine Dünungswelle. Lange Dünungswellen sind über tiefem Wasser völlig harmlos. Wenn solche eine Dünungswelle aber auf Flachwasserbereich trifft, bricht sich der Wellenboden, der sich unter Wasser befindet, am flachen Meeresboden und hat zur Folge, daß sich die Energie der Dünungswelle nach oben hin aufbaut. Solch eine Dünungswelle wird also an flachen Meeresabschnitten zu einem gefährlich rollenden Wellenkamm! Nicht selten überlagern sich Schwingungsenergien solcher Dünungswellen aus dem nichts und urplötzlich entsteht an einer Untiefe ein einzelner, brachialer und hoher Wellenkamm, der einigen Anglern schon das Leben gekostet hat (2005 > Smøla) - siehe Wellenbruch.

Kreuzsee

Auch kein guter Freund für uns Angler. Eine Kreuzsee entsteht generell, wenn Windseen aus verschiedenen Richtungen aufeinanderprallen. Dies geschieht meist bei durchziehenden Tieffronten, bei welchem die Windrichtungen der Luftmassen vor der Kaltfront auf die Windrichtungen der Luftmassen hinter der Kaltfront, welche genau anders herum verlaufen, aufeinanderprallen. Kreuzseen sind extrem gefährlich, da sie sehr hohe Wellenkämme erzeugen und völlig unregelmässig verlaufen.

Wellenbruch

Das Längenverhältnis einer Welle zu ihrer Höhe beträgt 7:1 (Eine 7m lange Welle, ist 1m hoch). Die Wassertiefe einer laufenden Welle muß mindestens 3 x so tief sein wie deren Länge, damit die Welle sich nicht aufbaut. Wird dieses Verhältnis unterschritten, wird die Welle durch die Reibung am Meeresboden abgebremst! Dies geschieht aber nur mit dem unteren Teil der Welle. Der obere Teil bewegt sich weiter. Was passiert > der obere Wellenteil überholt im Prinzip den unteren und durch die daraus resultierende Reibung der Wasserschichten untereinander baut sich die Welle auf, gewinnt an Höhe und der überrollende, obere Teil der Welle bricht sich. Je schneller die Wassertiefe verringert wird, desto größer ist der Bremseffekt für den unteren Wellenteil, der sich am Meeresboden reibt und desto größer ist der sich oben brechende Wellenkamm!!! Ausgeprägte Dünungswellen haben im Flachwasser nicht selten verheerende Wirkungen! Bei heftiger Dünung solltet ihr also generell Flachwasserbereich meiden!!!

Wellenfetch

Bedingt durch die Trägheit des Wassers, bauen sich Wellen bei Wind sehr gemächlich aus. Diesen Effekt nennt man Fetch. Kurze Böen werden also nie eine "grobe See" zur Folge haben. Grobe Seen entstehen nur durch länger anhaltenden, starken Winden.

Jirko Kruszona

 
< zurück   weiter >




 


Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten! - Ein Projekt von anglerboard.de.