Auswandern nach Norwegen: so sehen die aktuellen Regularien aus

Norwegen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit als Auswanderungsziel. Da Norwegen allerdings nicht Mitglied der Europäischen Union ist, gelten hier besondere Bestimmungen, über die man sich schon vor der Ausreise informieren muss.

1. Die Aufenthaltsgenehmigung

Zwar gehört Norwegen nicht zur EU, ist allerdings trotzdem Teil des Schengen-Raums. Das bedeutet, dass Bürger und Bürgerinnen sämtlicher EU-Staaten, sowie Staatsangehörige der Schweiz, Liechtensteins oder Islands ohne Visum nach Norwegen einreisen können und dort bis zu 90 Tage verweilen können, ohne weitere Regularien beachten zu müssen. Bei einem längeren Aufenthalt muss sich der Einreisende jedoch bei der norwegischen Polizei registrieren lassen, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Dabei wird unterschieden, welche Art von Aufenthaltsgenehmigung der Antragsteller tatsächlich benötigt. Es gibt unterschiedliche Regularien für den Aufenthalt zwecks eines Studiums oder beispielsweise für die Arbeit.

Auswandern nach Norwegen

2. Arbeitsgenehmigung und Jobsuche

Der Aufenthalt in Norwegen ist für Bürger des Schengen-Raumes relativ unproblematisch zu organisieren. Sobald sie eine Arbeitsstelle in Norwegen gefunden haben, können sie diese auch ohne Arbeitsgenehmigung antreten. Zieht eine Person aus dem europäischen Ausland nach Norwegen und findet dort keinen Job, muss diese Person Norwegen nach sechs Monaten verlassen. Verliert man den Job, richtet sich die weitere Aufenthaltsdauer nach Länge des Arbeitsverhältnisses. Personen, die ein Jahr oder länger in Norwegen beschäftigt waren, können so lange in Norwegen bleiben, wie sie wünschen, insofern sie das Arbeitsverhältnis nicht selbst beendet haben. Wurde weniger als ein Jahr in Norwegen gearbeitet, darf die Person sechs Monate in Norwegen bleiben, um einen neuen Job zu finden.

3. Finanzierung

Norwegen ist, wie alle skandinavischen Länder, bekannt für seine hohen Lebenshaltungskosten. Zwar werden Jobs in Norwegen auch entsprechend gut bezahlt, allerdings ist es wichtig, als Auswanderer schon ein grundlegendes Startkapital einzuplanen. Als ledige Person muss man nachweisen, dass ungefähr 20.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Ein solcher Nachweis kann beispielsweise über einen Kontoauszug erfolgen. Ohne dieses Startkapital wird es schwierig, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Daher kann es ratsam sein, in Betracht zu ziehen, einen Antrag für Onlinekredit stellen zu wollen, bevor man die Ausreise antritt. Die Arbeitslosenquote in Norwegen ist auf einem konstant niedrigen Niveau, allerdings kann es dauern, bis ein Job gefunden wird. Ein Startkapital wird aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten in Norwegen dringend empfohlen, um einen Puffer für eventuelle Durststrecken zur Verfügung zu haben, denn als ausländischer Staatsbürger hat man nicht zwingen Anspruch auf Sozialleistungen.

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