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Leichtes Naturköderfischen - Plattfischangeln | Drucken |

 

Um es vornweg zu nehmen – das angeln auf Plattfische ist eine der spannendsten Angelarten.

Norwegen ist da ein Eldorado für uns.

Schollen, Klieschen, Flundern und Co. wachsen manchmal zu wahren Giganten ihrer Art ab.

Egal ob wir in der Brandung angeln, von Molen, Steinpackungen, vom Bootssteg, in Häfen oder vom

treibenden Boot, wir können überall mit guten Fischen rechnen.

 

Die 3 am häufigst vorkommenden Arten:

 

Scholle / Rødspette:


plattfisch_scholle

 

 

Sie erkennt man an einer Reihe von 4 bis 7 Knochenhöckern vom Auge rückwärts entlang der

Kopfmitte. Maulspalte klein. Körper ist ziemlich hochrückig. Die Augenseite ist stets mit rötlichen

Flecken gemustert.

 

 

Kliesche/ Sandflyndre :

 

 

plattfisch_kliesche

 

 

Sie erkennt man am kleinen Maul. Die Seitenlinie macht über der Brustflosse einen markanten Bogen.

Die Schuppen der Augenseite sind etwas rau.

 

 

Flunder/ Flyndre-Skrubbe:

 

plattfisch_flunder

 

Sie erkennt man an einer kleinen Maulspalte. Knochenhöcker sitzen entlang der Seitenlinie und knotig

raue Schuppen entlang den Basen der Rücken - und Afterflossen. Oft mit blaß rötlichen,

unregelmäßigen Flecken, ähnlich denen der Scholle, auf der Augenseite. 


 

Plattfische lieben sandige Untergründe.

Und genau dort müssen wir angeln.

Wie aber finden?

Sehr hilfreich ist im Vorfeld ein Blick auf die Seekarte.

Dort kann man schon mal sandige Bereiche – auf denen die Abkürzung S für eben jene Untergründe

steht – erkennen.

Auch ein Plausch mit dem Vermieter und / oder anderen Anglern vor Ort ist immer hilfreich.

Weiterhin sollte man gleich bei der ersten Ausfahrt die Küstenlinie beobachten.

Die Struktur an Land setzt sich oftmals auch so unter Wasser fort.

Dort wo sich Buchten befinden, die an Land seicht in Richtung Wasser abfallen, sind oftmals schon ein

erster Hinweis auf einen guten Platz.

Jetzt sollten wir mit einem Blei den Grund „abklopfen“ um so auf die Bodenbeschaffenheit zu

schließen..

Erkennen wir Sand – so liegen wir genau richtig.

 

 

Zum Angelgerät :

 

Den Plattfischen wird in Tiefen zwischen 5 und 30m nachgestellt.

Daher kann das Gerät entsprechend leicht ausfallen.

Leichte Pilkruten oder schwere Spinnruten um 3m mit Wurfgewichten bis 150g haben sich bewährt.

Ob Stationärrollen oder Multirollen zum Einsatz kommen ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Geflochtene Schnüre haben sich auch hier bewährt, weil man damit immer direkten Kontakt zu Köder

bzw. Fisch hat.

Schnüre zwischen 5 und 8kg Tagkraft sind völlig ausreichend.

 

 

Montagen und Köder:

 

Einfache Montagen, wie die Nachläufermontage (bei denen der Haken dem Blei nachläuft) oder

Paternostermontagen, sind am fängigsten.

 
Bei der Nachläufermontage zieht man einen einfachen Wirbel mit Einhänger oder ein Schlepprohr

auf die Hauptschnur.

Als nächstes eine Gummiperle zum Schutz der Befestigung des darauf folgenden Wirbels mit

Einhängers.

Aus 0,30er bis 0,50er Monofilen mache ich jetzt das eigentliche Vorfach.

Je nach Strömung und Drift sollte das Vorfach zwischen 15 und 50cm lang sein.

An das eine Ende einen langschenkligen, scharfen Haken in der Größe zwischen 2 und 3/0 und an das

andere Ende einen Schlaufenkonten.

Plattfische sind neugierige Gesellen.

Genau das machen wir uns zunutze.

Sinnvoll ist es daher hinter dem Haken 1 bis 2 auffällige Perlen oder/und ein Spinnerblättchen auf das

Vorfach zu fädeln..

 

 

plattfisch_nachlufer

 

 

Bei der Paternostermontage stehen dem Vorfach 2 Seitenarme ab, an deren Ende sich die Haken

befinden.

Der Abstand zwischen den Seitenarmen sollte so groß sein, dass beide sich nicht verfitzen können.

Schnurstärke genau wie bei der Nachläufermontage.

Das Blei befindet sich am Ende des Vorfaches.

 

 

plattfisch_paternoster2

 

 

Natürlich bieten Angelfachgeschäfte eine Vielzahl verschiedener fertiger Vorfächer an, aber selber

basteln und dann damit was fangen macht am meisten Spaß.

 

Der Wattwurm ist auch in Norwegen der beste Köder.

Er ist aber nicht immer leicht zu finden.

Bewaffnet mit einer Forke oder einem Spaten macht man sich bei beginnender Ebbe auf trocken

werdenden Sandflächen auf die Suche nach ihm.

Die typische Sandkringel verraten ihn. Schnell die Forke angesetzt und „umgegraben“.

Vorsichtig die Würmer aus dem Sand ziehen und in einen Eimer verbringen.

 

Neben dem Wattwurm sind auch Garnelen (norwegisch Reker) und Fischfetzen von Heringen,

Makrelen und Köhlern fängig.

Die Fetzen bitte nicht zu groß schneiden – Plattfische haben verhältnismäßig kleine Mäuler.

 

Beste Zeit zum Plattfischangeln ist bei auflaufendem Wasser.

Sprich Flut.

Hier beginnt es zu strömen und jede Menge Nahrung wird aufgewirbelt und transportiert.

Die Plattfische werden jetzt aktiv.

 

Spätestens jetzt sollten wir z.B. mit unserem Boot an unserem vorher ausspioniertem Platz sein.

Die Montagen werden beködert und kontrolliert abgelassen.

Fühlung aufnehmen und aufmerksam über den Grund schleifen lassen.

Genauso wie beim schweren Naturköderangeln auf Leng und Lumb sollte der Winkel zum Boot nicht zu

groß werden.

Die Köderkontrolle leidet und die Hängergefahr steigt.

Auf Grund der geflochtenen Schnur merkt man genau was am Grund vor sich geht.

Man erfühlt sich sozusagen sein Angelgrund.

Wenn Plattfische den Köder attackieren ist das am leichten Gerät deutlich zu spüren.

Sie hacken manchmal richtig.

Geht das hacken in ein ziehen über, sollte der Anhieb gesetzt werden.

Diese Burschen sind im Drill ein richtiges Erlebnis.

Bedingt auch durch ihre Körperform wissen sie sich zu wehren.

 

Bei der Landung – besonders wenn man von Molen oder hohen Hafenmauern angelt – ist ein Kescher

mit langem Stil mehr als vorteilhaft.

 

Aktives Angeln von Land bringt deutlich mehr Fisch.

Aktiv bedeutet – den Köder nicht stur an der angeworfenen Stelle liegen lassen, sondern immer mal ein

Stückchen rankurbeln.

Der Köder wirbelt Sand auf und zieht neugierige Platten an. 

Neben den 3 genannten Vertretern ihrer Art, kann man noch Glattbutts, Flügelbutts,

Doggerscharben, Seezungen und die recht seltenen Steinbutts an die Haken bekommen.

 

Bernd Kunze

 
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